vignette_mielenzKann man denn schon in der ersten Klasse sitzenbleiben? Ja, unserem Enkelsohn ist das passiert, denn schon seit einiger Zeit hat sich angedeutet, dass er die Lernziele der ersten Klasse nicht erreichen wird. Zurückstellen, heißt das im Schuldeutsch … Sitzenbleiben in der Umgangssprache.
Dabei hat er sich so sehr auf die Schule gefreut und war voller Erwartungen, ganz begierig zu lernen und neue Freunde zu finden. Jetzt wissen wir nicht, wie wir (Eltern und Großeltern) ihm beibringen sollen, dass er nochmals in eine erste Klasse gehen wird, wieder neue Lehrerinnen und Lehrer haben wird, während seine Freunde an ihm “vorbei ziehen” und eben nicht mehr die ganz Kleinen sind. Das wird bestimmt eine große Enttäuschung für ihn werden.
Dabei soll doch die erste Klasse erst auf schulische Anforderungen, Unterricht und systematisches Lernen vorbereiten. Die Lehrer sagen, das hätte schon der Kindergarten leisten müssen – und so geht es mit Schuldzuweisungen hin und her. Unser Enkelsohn hat überhaupt nichts davon. Wir haben überlegt, ob es besser wäre, ihn aus der Schule herauszunehmen und ihn in der zweiten Klasse in einer anderen Schule einzuschulen. Aber das wäre mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden, wenn es überhaupt Sinn gemacht hätte. Für eine private Schule fehlt uns das Geld. Nachhilfe schon in der ersten Klasse – das ist doch widersinnig. Irgendwie ist die Situation sehr unbefriedigend, mit anzusehen, wie er schon in der ersten Klasse das sogenannte Klassenziel verfehlt hat. Aber Alternativen gibt wohl keine?