vignette_mielenzSchreiben zu lernen, die Handschrift zu entwickeln, das war zu meiner Schulzeit in der Grundschule in den ersten Klassen mit die wichtigste Aufgabe. Das war manchmal mühsam und vielleicht auch langweilig, auf liniertem Papier große und kleine Buchstaben in endlosen Reihen zu schreiben, aber es hat geholfen, sich handschriftlich einigermaßen “flüssig” auszudrücken.
Heute scheint die Schreibschrift verloren zu gehen, sie lernen in der Grundschule immer weniger Schüler (Nürnberger Zeitung v.19.6.2014), obwohl sie mit dem Smartphone oder mit dem tablet ihrer Eltern kaum Probleme haben. Sie können SMS, Emails oder Chats versenden, wobei es ja nicht darauf ankommt, “richtig” zu schreiben, sondern nur dass der andere den gemeinten Sinn halbwegs versteht.
Mit Smilies und den vielfältigsten Chat-Abkürzungen braucht man auch keine Buchstaben mehr … und durch das Tippen in das jeweilige Gerät auch keine Schreibschrift. Briefe oder Postkarten von den Enkelkindern aus den Ferien … da können wir Großeltern wohl lange warten.
Merkwürdigerweise scheinen sich die Schulpädagogen dieser neuen Situation anzupassen und denken über eine neue Schreibschrift nach. Die einen wollen eine “Grundschrift”, die aus verbindenden Druckbuchstaben besteht, die anderen schaffen das Erlernen der Schreibschrift in der ersten und zweiten Grundschulklasse gleich ganz ab.
Dieses Hin und Her der Schulpädagogen führt offenbar dazu, dass Grundschüler kaum noch eine entwickelte Handschrift haben und sich nur in unleserlichem Gekritzel ausdrücken können. Dabei ist doch die Handschrift eines jeden etwas, in der sich die Persönlichkeit des Schreibenden ausdrückt.
Ich verstehe nicht, warum dies einfach so aufgegeben werden soll und reihe mich in den “Alarm der Experten” und in die “Allianz für die Schreibschrift” gerne ein!