Unser Enkelsohn geht in die dritte Klasse der Grundschule und muß diese Klasse im neuen Schuljahr wiederholen, d.h. er ist sitzen geblieben. Das hat ihn sehr betroffen gemacht, nicht nur weil er alle Schulfreunde verliert, sondern vor allem, weil er sich von seinem Lehrer ungerecht behandelt fühlt. Er grummelt und grollt, dass seine Leistungen nicht hinreichend gut benotet wurden.
Jetzt hat sich mein Sohn entschlossen, gegen die Nicht-Versetzung unseres Enkelsohnes was zu unternehmen und gegen die Schule zu klagen, nachdem alle Gespräche mit der Schule und dem Lehrer kein anderes Ergebnis gebracht haben. Er ist überzeugt, dass wegen einiger fehlender Punkte, der Lehrer die “Proben” unseres Enkelsohnes viel zu streng bewertet hat und dass eine Versetzung durchaus möglich gewesen wäre.
Wir Großeltern haben unserem Sohn von einer Klage gegen die Schule natürlich abgeraten. In unserer Schulzeit und in der Schulzeit unserer Kinder wäre sowas völlig undenkbar gewesen, da hatten Lehrer und Schule einfach viel zu viel Autorität, um einen solchen Schritt zu wagen. Außerdem hätten wir jede Menge Nachteile befürchtet, schließlich sind Schüler ja letztlich doch vom Wohlwollen der Lehrer abhängig.
Bei allem Verständnis, unseren Enkelsohn beschützen zu wollen, fragen wir uns doch, wem unser Sohn mit der Klage gegen die Schule einen Gefallen tut, ob er zu sensibel, zu kritisch oder (für unseren Enkelsohn) zu ehrgeizig ist? Die “Zeiten” scheinen sich jedoch geändert zu haben. Immer mehr Eltern ziehen vor Gericht, wenn sie mit Entscheidungen der Schule nicht einverstanden sind. Eigentlich doch ganz gut, dass man die Entscheidugen der “Schule” nicht klaglos hinnehmen muß?