In seinem Buch “Wir Zukunftssucher – Wie Deutschland enkeltauglich wird” (herausgegeben von der Körber-Stiftung)fordert der Autor Wolfgang Gründinger (Jahrgang 1984) Generationengerechtigkeit und eine zukunftsorientierte Gesellschaft. Dabei beschreibt er offenbar nicht den Untergang der Gesellschaft, weil auch im vergangenen Jahr in Deutschland wieder weniger Kinder geboren wurden und immer mehr Menschen immer älter werden, sondern er sieht die Antwort in der Frage, “wie wir in Zukunft leben und vor allem zusammenleben wollen”. Generationengerechtigkeit bedeutet für den Autor, “alle für alle, statt jeder gegen jeden”. Das klingt nicht feindselig. Auf dieser Ebene können sich Großeltern und Enkel schnell verständigen.
In der Vorankündigung für sein Buch wird er in einem Interview konkreter, wo er die wesentlichen Probleme der heutigen (Welt-)Gesellschaft sieht. Die Rechte der jungen Generation müssen gewahrt beiben. Sie hätten ein Recht auf einen gesunden Planeten, auf den behutsamen Umgang mit Rohstoffen, auf den schonenden Umgang mit Klima und Umwelt sowie selbstverständlich auch mit den öffentlichen Finanzen. “Die Alten sind mehr, sie sind reicher und haben das Sagen …. Die Alten müssen Verantwortung übernehmen …. Die Jungen brauchen die Solidarität der Alten, ihre Macht, ihre Neugier, ihre Zeit und schließlich auch ihr Geld”.
Gegen die vielen massiven Probleme dieser Gesellschaft erscheinen die konkreten Vorschläge Gründingers für ein enkeltaugliches Deutschland geradezu “leicht” lösbar (Kinderbetreuung und Bildung ausbauen, gerechte Renten, Zinslasten abbauen, Altersprivilegien bei Löhnen und Kündigungsschutz reduzieren) – ob das allerdings die Welt bzw. die Gesellschaft rettet, muß ich doch bezweifeln. Und dass die Jungen so ganz ohne Macht sind auch. Schließlich sind doch die Mitarbeiterinnen der Banken fast alle jung oder zumindest noch jünger?