In seiner Ausgabe Nr.14 vom 29.3.2012 berichtet der “stern” von Eltern, die bei mehreren Kindern ein Lieblingskind haben, obwohl sie beteuern, dass sie “alle gleich lieben”. Über Lieblingskinder von Müttern oder Vätern wird nicht gesprochen, ein Familiengeheimnis, das auf Geschwistern ein Leben lang lasten kann.
Auch wir Großeltern haben in unserer Elternzeit nie über unsere Lieblingskinder gesprochen und doch war es offensichtlich so, dass mein Mann zu unserer Tochter den besseren Kontakt hatte, während ich mehr unseren Sohn bevorzugte. Eine Gleichbehandlung unserer Kinder war das nicht, aber irgendwie hat sich unsere Zuneigung ausgeglichen.
Jetzt wiederholt sich alles bei unseren Enkelkindern. Und wieder reden wir nicht darüber, dass wir bei 4 Enkelkindern ein Lieblings-Enkelkind haben, das (auch uns gegenüber) ein so freundliches und fröhliches Wesen hat und deshalb von uns sehr geliebt und bevorzugt wird. Obwohl wir wissen, dass zurückgesetzte Kinder Ungerechtigkeiten spüren und darunter leiden können, genauso wie “gehätschelte” Kinder Gefahr laufen, sich später nur schlecht zurechtzufinden, bleiben doch Gefühle, die auch in einer Familie nicht für alle gleich intensiv sind.
Und wenn uns mal wieder das schlechte Gewissen plagt, fragen wir uns, wie Zuneigung und Zuwendung für die Enkelkinder mit dem Kopf gesteuert werden können?