Es geht nicht um “Mehrgenerationenhäuser”, mit denen das Bundesfamilienministerium in leuchtenden Farben und lachenden Gesichtern für das Zusammenleben von drei Generationen in einem Haus wirbt und diese Projekte finanziell auch unterstützt. In den Prospekten und Ankündigungen hört sich alles so toll und verlockend an: die Alten sorgen für die Jungen und umgekehrt, wenn ältere Mitbewohner Hilfe und Unterstützung brauchen. Und das soll sogar gut funktionieren, obwohl sich alle, die in einem solchen Haus wohnen, gar nicht lange und gut kennen.
Ja, ein bißchen neidisch bn ich schon, wenn ich das lese, denn in meinem “Drei-Generationen-Haus” geht es nicht so zugewandt zu. Als in dem Haus, in dem meine Kinder und Enkelkinder wohnen, eine Wohnung frei wurde, bin ich dort eingezogen, um meine Familie in unmittelbarer Nähe zu haben. Zu Anfang hat alles gut geklappt, neben meinen Aufgaben der Enkelbetreuung und der Erledigung keinerer Besorgungen gab es für mich auch sowas wie ein Familienleben. Inzwischen bin ich (wie vor meinem Umzug) an den Abenden und an den Wochenenden wieder viel allein. Ich werden das Gefühl nicht los, dass ich meine Kinder (wenn sie mich nicht brauchen) zunehmend störe und spontanes “Malvorbeischauen” schon überhaupt nicht mehr möglich ist.
Irgendwie ist das Zusammenleben der Generationen eben doch schwierig. Oder funktioniert das besser, wenn die Generationen nicht verwandt sind?