Herbert Renz-Polster, Arzt und Vater von vier Kindern, hat sich in die immer wieder aufflammende Erziehungdebatte eingemischt. In seinem Buch “Menschenskinder – Plädoyer für eine artgerechte Erziehung”, das Anfang Oktober erschienen ist, fordert er einen “artgerechten Entwicklungsrahmen” für Kinder (“wie für Legehennen”). “Evolutionsbiologisch in Tausenden von Jahren” begründet fordert er, dass Eltern die in den Kindern angelegten Fähigkeiten und Stärken erkennen und “Erziehung neu denken” sollen. Wenn man das alles bedenken und berücksichtigen würde, so Renz-Polster, dann könne man auch die vielfachen Verunsicherungen aufgrund von zum Teil sich widersprechenden Erziehungstheorien überwinden. Endlich Klarheit und Wahrheit in Erziehungsfragen, endlich wissen Eltern, was Kinder brauchen und was sie in der Erziehung ihrer Kinder gut und richtig machen …. oder eben auch nicht.
Als Großmutter bin ich an der Erziehung meiner Enkelkinder genauso interessiert wie meine Kinder. Zu meiner Zeit gab es ja noch nicht soviel Literatur mit Unmengen von Ratschlägen zur Kindererziehung. Das ist inzwischen ein riesiger Markt, in dem mit der Unsicherheit von Eltern viel Geld verdient wird. Daher habe ich einfach mal “gegooglet” was ich unter “artgerechter Erziehung” finde. Und siehe da, es gibt 345.000 Einträge vor allem zur artgerechten und sanften Erziehung von Hunden! Bleibt die Frage, ob dieser Begriff und damit das Buch “erziehungstauglich” ist?