Foto: epd

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Aus dem BA-Presseinfo Nr. 4, versandt am 27.1.15 entnehmen wir, dass die Kooperation zwischen den etwa 450 Mehrgenerationen-Häusern in der Republik und der BA seit 2012 erfolgreich gewesen sein muss und fortgeführt werden soll. Denn uns all Sozialministerin Manuela hat erkannt: “Aus vielen Gesprächen, auch mit der Arbeitsverwaltung weiß ich, wie wichtig Kontakte und soziale Netzwerke für all diejenigen sind, die eine Ausbildungs- oder Arbeitsstelle suchen. Dabei sind die Mehrgenerationenhäuser zentrale Partner: Hier werden neue Kontakte geknüpft, hier wird so mancher Weg in das Berufsleben geebnet“. Ziel war es also regelmäßig Menschen den (Wieder-)Einstieg in das Berufsleben zu erleichtern, indem sie sich dort engagieren – meist ehrenamtlich (im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme), vermuten wir mal, da Mehrgenerationenhäuser bislang nicht unbedingt als Jobmaschinen aufgefallen sind (auch wenn das schön wäre).

Denn was anderes kann es bedeuten, wenn in der Presseerklärung der BA von einer “einer freiwilligen Mitarbeit in den Mehrgenerationenhäusern” gesprochen wird? Ein Hinweis ist die oft und auch in Presseerklärung beschworene Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Oder in den etwas wolkigen Worten des Vorstandschefs der BA, Heinrich Alt: „Unser gemeinsames Ziel ist, dass Jobcenter und Agenturen für Arbeit die Angebote in den Mehrgenerationenhäusern gezielter im Rahmen ihrer Beratungsarbeit einsetzen und damit unseren Kundinnen und Kunden die Möglichkeit geben, nicht nur ihre sozialen Kompetenzen, sondern auch ihre fachlichen Fähigkeiten auszubauen und damit den beruflichen Wiedereinstieg vorzubereiten“. Erstaunlich ist dabei nur, dass es der Agentur und ihren Jobcentern nicht gelungen zu sein scheint, diese Menschen vom Fleck weg zu vermitteln. Denn immerhin meint derselbe Heinrich Alt, dass das Engagement Arbeitsuchender in den Mehrgenerationenhäusern dazu dienen könne, “Menschen kennenzulernen, die Arbeit haben, die Unternehmer kennen und Türöffner sein können”. Da muss uns bei der Berichterstattung über Mehrgenerationenhäuser doch glatt entgangen sein, wer in diesen Häusern lebt, so sie denn im Sinne der Erfinder funktionieren. Auch wenn wir es allen dort ehrenamtlich Tätigen wirklich wünschen, dass sie dort ihren künftigen Arbeitgeber finden.

Vergeblich sucht man in der Presserklärung der BA (und des Sozialministeriums) Zahlen, die entweder das Engagement Arbeitssuchender belegen oder den Erfolg der Vermittlung durch die Jobcenter. Und wahrscheinlich ist es auch unbescheiden, wenn das Magazin sechs+sechzig danach fragen würde, ob es Zahlen zum beruflichen Wiedereinstieg von ehrenamtlich Arbeitenden in Mehrgenerationenhäusern gibt. Wie Mehrgenerationenhäuser dazu denken, geht leider weder aus der Presseerklärung hervor noch aus der Homepage des Bundesministeriums.

Weitere Informationen zu den Mehrgenerationenhäusern sowie den Text der Kooperationsvereinbarung finden Sie im Internet.