Unser Enkelsohn hat gerade die mittlere Reife gemacht und sich nach einem Ausbildungberuf umgesehen. Nach vielem Hin und Her hat er sich für seinen “Traumberuf” als Bestatter entschieden – dieser Beruf sei absolut richtig für ihn und würde gut zu ihm passen. Eine Lehrstelle hat er schnell gefunden.
Naja, es stimmt schon, unser Enkelsohn hat gute Umgangsformen. Er ist außergewöhnlich hilfsbereit, kann sehr gut zuhören und geht seit je her verständnisvoll auf Probleme anderer ein. Das ist auch für uns Großeltern sehr wohltuend.
Über Sterben und Tod haben wir allerdings noch nie gesprochen. Wie kommt unser Enkelsohn bloß auf diesen Beruf?
Jeden Tag muß er schwarze Kleidung tragen, jeden Tag trauernden Menschen beistehen und sie für die Bestattung ihrer Angehörigen beraten, Tote für die Beerdigung herrichten und Trauerfeiern organisieren. Ist das wirklich ein Beruf für einen jungen Menschen?
Wir haben versucht, ihm diesen Beruf auszureden – allerdings ohne Erfolg. Jetzt werden wir uns daran gewöhnen müssen, dass
Leben und Tod in unserer Familie häufiger thematisiert werden und wir vielleicht schon jetzt über unsere eigene Bestattung nachdenken müssen?