Meine Enkeltochter ist 25 Jahre alt und beruflich recht erfolgreich. Bei der Scheidung meines Sohnes vor 10 Jahren hat meine Enkeltochter zu ihrer Mutter (also zu meiner Schwiegertochter) gehalten und meinem Sohn (und irgendwie auch mir) die Schuld am Scheitern der Ehe ihrer Eltern gegeben. Es hieß, ich hätte ihre Mutter “schlecht” gemacht. Seither habe ich meine Enkeltochter nicht mehr gesehen, obwohl sie noch einige Jahre in meiner unmittelbaren Nähe wohnte.
Jetzt wäre es ja schon der Entfernung wegen schwieriger, ein Zusammentreffen zu organisieren, aber eigentlich scheint es sowieso ganz und gar unvorstellbar. Ich glaube es ja selbst nicht, aber auch nach so vielen Jahren tut mir und meinem Sohn die Haltung meiner Enkein immer noch weh.
Mein Enkelsohn, etwas jünger als seine Schwester, hat die Scheidung seiner Eltern nicht so verbissen gesehen und weiter zu seinem Vater und zu mir Kontakt gehalten. Wenn wir zusammen waren, haben wir versucht, familiäre Dinge völlig außen vor zu lassen, vielleicht habe ich mal nach seiner Schwester gefragt, aber niemals über die Scheidung und die Gründe der Scheidung gesprochen. Meine “verlorene” Enkeltochter macht mich wirklich traurig, zumal ich zuvor ihre “allerliebste Oma” war.
Aber dahin gibt es wohl keinen Weg zurück?