Noch ist es nicht lange her, da gab es einen Skandal um die Lehmann Bank. Die Älteren erinnern sich noch daran. Jetzt hat die Wochenzeitung “Die Zeit” einen Artikel veröffentlicht, in dem sie die Bankangestellten in Schutz nimmt. Nachdem mir mein Passwort entfallen ist und ich mich in den Strom der Kommentierenden dort nicht einreihen konnte, muss ich meine Meinung zum Thema eben hier loswerden und hoffentlich noch andere animieren, es auch zu tun.
Im Nachrichtenmagazin Der Spiegel stand damals, die Bankberater hätten vor allem die ältere Kundschaft von der Geldanlage bei Lehmann überzeugt und zwar zu einem Zeitpunkt, als die Sache schon in die Schieflage geraten war. AD-Kunden seien diese genannt worden, alt und doof. Der Artikel ist immer noch im Netz zu finden, was für mich bedeutet, dass dieser Darstellung niemand rechtswirksam widersprochen hat.
Natürlich kann ein jüngerer Mensch, der fit im Netz ist und viel Zeit mitbringt, sich selber via Direktbank entsprechende Geldanlagen ausgucken. Doch die älteren Bürger haben eben eine etwas andere Prägung erhalten. Für sie ist der Bankangestellte noch eine Vertrauensperson. Dass diese häufig Provisionen erhält, wenn sie eine Geldanlage oder Versicherung verkauft hat, wissen die meisten Senioren nicht. Daher fehlt ihnen auch das Grundmisstrauen oder positiv ausgedrückt, die kritische Grundhaltung des jüngeren Kunden.
Das verlorene Vertrauen in die Integrität des Bankangestellten kann nur durch seriöse Beratung über einen längeren Zeitraum wiedergewonnen werden und durch ein verändertes Kundenverhalten. Damit möchte ich alle ermutigen, sich zu beschweren, wenn die Beratung mies war oder das falsche Geldanlageprodukt angeboten wurde.