Immer wieder mal wird über die “richtige” Erziehung von Kindern gestritten, man denke nur an die (oft auch mißverstandene) “antiautoritäre Erziehung”. Erziehung scheint das Thema zu sein, bei dem jede und jeder mitreden kann, zu dem jede und jeder Erfahrungen aufweisen kann und sich so seine Gedanken macht – natürlich nur das “Beste” für die Kinder im Auge. Sicherlich, man kann unterschiedlicher Meinung sein, übereinstimmend war und ist jedoch, dass eine Erziehung, die die Kinder stark macht und ihnen individuelle Entfaltung ermöglicht, die Grundlage für alles weitere sein sollte. Nun wird gerade erneut über Erziehungsmethoden diskutiert und in Abkehr von diesem Grundsatz gefragt, ob denn nicht nur durch “Druck und Drill” aus Kindern fleißige, herausragende Erwachsene werden können. Alle anderen Erziehungsmethoden führen eben nicht zum “Nobelpreiträger”, nicht zum weltberühmten Pianisten oder Sportler und nicht zum chinesischen Wirtschaftswunder. Amy Chua, eine in den USA lebende Chinesin hat sich in ihrem Buch “Schlachtruf der Tigermutter” so geäußert und den “asiatischen Erziehungsstil” gepriesen …. und – man glaubt es kaum – in Deutschland mit Thilo Sarazzin einen Fan gefunden. Um “Erfolge” muß man sich bemühen, man muß lernen, üben und trainieren – das wird wohl von niemand bestritten werden. Aber wollen wir wirklich “gedrillte” und durch “Druck” und Strenge gekrümmte Enkelkinder? Diese Debatte ist beängstigend und vermutlich auf hohe Umsatzzahlen beim Buchhandel ausgerichtet?