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Der Depp im Web auf Ungezieferjagd

Neulich hat ein Klinikumsmitarbeiter dagegen geklagt, vom Abfallmanagement ins Projektmanagement versetzt zu werden. Auch anderweitig scheint die Entsorgung längst die Besorgung ins Abseits gedrängt zu haben. Bei mir auch. Beispielsweise beim Mail-Management. Inzwischen bin ich vorwiegend damit beschäftigt, die überhand nehmenden Spam-Mails zu beseitigen. Genauer gesagt jene Mails, die es schaffen, die offensichtlich überforderten Spamfilter zu überwinden.

Ha, schon wieder eine! Wo ist die Fliegenklatsche? Erwischt!

Edeka? Die kenn ich nicht, ab dafür!

Soso, mein iCloud-Speicher ist voll. Ja, mit Müll wie diesem, nimm dies, du Töle!

Da erwacht der innere Kammerjäger.

Das als DHL, McAfee oder Otto verkleidete Ungeziefer muss weg. Inzwischen dauert das eine Weile. Lange genug, um zu vergessen, dass man eigentlich jemandem schreiben wollte oder dass noch eine normale Mail darauf wartet, gelesen zu werden.

Mit der Abfallvermeidung ist es dabei, wie im richtigen Leben, nicht weit her. So funktioniert das angeblich nachhaltige Blockieren der Spamabsender leider nur bedingt. Die tarnen nämlich ihre eigentliche Mailadresse, sodass man die Richtige erst in der erweiterten Kopfzeile finden, kopieren und dann in die Blockliste eintragen muss.

Dabei habe ich unlängst in einer Kopfzeile sogar den Befehl »nojunk« entdeckt. Ah, denkt sich da die künstliche Filterintelligenz, der Spammer hat gesagt, er spamme nicht, dann will ich das mal glauben.

Soll ich nun frustriert aufgeben und ins allgemeine Endzeitgejammer einstimmen? Mitnichten! Ich habe mein Mailprogramm einfach umbenannt. In Counter-Strike. Nun freue ich mich immer, wenn ich Nachschub zum Niedermetzeln habe. Und dieses Ballerspiel kostet noch nicht mal was.

Text: Peter Viebig
Foto: geralt/Pixabay

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