Der Trimm-dich-Pfad im Fürther Stadtwald: Gerade jetzt zieht er Menschen an, die an die frische Luft wollen. Wer Gruppenbildung meidet, kann dort trotz Corona-Krise etwas für den Kreislauf tun. Foto: Michael Matejka

Raus an die frische Luft! Früh im Jahr, wenn die Natur allmählich ihren Winterschlaf beendet, macht Bewegung im Freien wieder Spaß. Die Laufschuhe geschnürt, Nordic-Walking-Stöcke gepackt, und los geht’s durch Feld und Flur. In Zeiten von »Selbstoptimierung«, in denen wir bestrebt sind, uns körperlich und geistig in bestem Zustand zu präsentieren, ist Sport fester Bestandteil unseres Alltags, über alle Generationen hinweg. Moderne Outdoor-Kleidung hilft uns, bei Wind und Wetter unser Programm durchzuziehen.

Dabei ist die aktuelle Fitness-Welle keine Erfindung der Gegenwart. Ganz im Gegenteil. Sie feiert heuer ihren 50. Geburtstag und ist der Beweis dafür, dass wir körperliches Training sehr ernst nehmen und mit beachtlichem Durchhaltevermögen ausgestattet sind. Denn Ende 1969 hatten die Krankenkassen Alarm geschlagen: Steigende Herz-Kreislauferkrankungen und rund 250.000 Herzinfarkte pro Jahr ließen die Zahl der Frühpensionierungen anschwellen.

1970 trat Trimm auf den Plan

Wir sollten uns dringend mehr bewegen, lautete der ärztliche Rat. Am 16. März 1970 startete der Deutsche Sportbund eine großangelegte Aktion. »Trimm Dich – durch Sport« hieß die Devise. Ein fröhliches Männchen mit Namen »Trimmy« in kurzer Hose und Feinripp-Unterhemd reckte auf unzähligen Plakaten den Daumen hoch, und wir begannen fortan zu laufen: Auf einem Trimm-Dich-Pfad nach dem anderen absolvierten wir Dauerlauf, Gymnastik, Kraftsport. Die Rundkurse durch Wald und entlang von Wiesen waren sozusagen die ersten Fitness-Studios im Freien, kostenlos und uneingeschränkt zu nutzen.

Die Idee der Trimm-Dich-Pfade kommt ursprünglich aus der Schweiz. Dort sind ähnliche Strecken unter dem Namen Vitaparcours bekannt. In Österreich ist der Begriff Forstmeile verbreitet. Heute sind wir wieder auf solchen Pfaden unterwegs, doch sie sind inzwischen nobler ausgestattet und umgetauft: Basic-Walking-Parcours, Nordic-Walking-Routen oder Vita-Parcours nennen sich die Anlagen, die häufig Sportvereine oder Kommunen betreuen. Also, legen Sie los. Aber übertreiben Sie’s nicht!

Text: Elke Graßer-Reitzner
Foto: Michael Matejka