Die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen e.V. (BAGSO) schreibt auch 2017 den GERAS-Preis aus. In diesem Jahr wird sie in Deutschland tätige Hospizvereine und Initiativen auszeichnen, die vorbildliche Partnerschaften mit stationären Pflegeeinrichtungen aufgebaut haben, um Menschen beim Sterben zu begleiten. Das Preisgeld beträgt insgesamt 5.000 Euro.

Die Begleitung schwerstkranker und sterbender Menschen in stationären Pflegeeinrichtungen ist in den letzten Jahren zunehmend in den Fokus der öffentlichen Wahrnehmung gerückt. Ein Grund dafür ist, dass die Zahl und der Anteil der Menschen, die in Pflegeeinrichtungen sterben, in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zugenommen haben. Starben vor mehr als 20 Jahren nur 6 % in Heimen (gegenüber 55 %, die zu Hause starben), waren es in den letzten fünf Jahren 22 % (gegenüber 32 %).

Die Zahl derer, die dabei nicht von Familie oder Freunden begleitet werden, wächst. Ambulant tätige, von ehrenamtlichem Engagement getragene (Hospiz-)Vereine und Initiativen leisten einen wesentlichen Beitrag, Heimbewohnerinnen und -bewohner und ihre Angehörigen im Sterbeprozess zu begleiten. Sie übernehmen diese Aufgabe, da die zeitlichen Ressourcen des Pflegepersonals für die intensive Begleitung Sterbender und ihrer Angehörigen häufig nicht ausreichen. Durch aktive Kontaktaufnahme, gemeinsame Veranstaltungen und kontinuierliche Informationsarbeit findet ehrenamtliche Hospizarbeit immer mehr Eingang in die Alltagskultur der Pflegeheime. Viele Vereine und Initiativen möchten die Kooperation mit Pflegeeinrichtungen weiter wachsen lassen und sehen ihr Engagement in Pflegeeinrichtungen als Herausforderung der Zukunft.

 Welche Initiativen können ausgezeichnet werden?

Um den GERAS-Preis können sich Hospizvereine und Initiativen bewerben, die Partnerschaften mit stationären Pflegeeinrichtungen unterhalten, um möglichst vielen Menschen beim Sterben beizustehen. Kriterien für eine gelungene Kooperation können sein:

  • kontinuierliche Angebote der Sterbe- und Trauerbegleitung für Sterbende und Angehörige
  • Hinzuziehen ehrenamtlicher Hospizmitarbeiterinnen und -mitarbeiter als Bestandteil heiminterner Prozesse zur Qualitätssicherung
  • gemeinsame Informations- und Fortbildungsveranstaltungen, z. B. für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Pflegeeinrichtung
  • verbindliche Vereinbarungen zwischen Pflegeeinrichtung und Hospizverein (die z. B. in einer Kooperationsvereinbarung niedergelegt sind)
  • feste Ansprechpartnerinnen und -ansprechpartner
  • ein kontinuierlicher Austausch
  • innovative Projekte, z. B. Feste, kreative Angebote
  • ggf. Einbindung in ein größeres Netzwerk (z. B. lokales Gesamtkonzept)
  • gemeinsame Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Die Kooperation kann sich auf eine Einrichtung beschränken, sie kann aber auch in einer Kommune, in einer Region, einem Bundesland oder bundesweit umgesetzt werden.

Weitere Informationen finden Sie unter http://www.bagso.de/aktuelle-projekte/geras-preis-2017.html .  Bewerbungen müssen postalisch spätestens bis zum 31. August 2017 (Posteingang!) gesendet werden an:

BAGSO e.V.
Stichwort: GERAS-Preis
Thomas-Mann-Str. 2-4
53111 Bonn

Einen Rückblick auf den GERAS-Preis 2016 finden Sie unter GERAS-Preis 2016. Geras ist übrigens in der griechischen Mythologie die Personifikation des hohen Alters, wie Sie hier nachlesen können.