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Altersarmut fängt jung an

Der Sozialverband SoVD informiert in einer bundesweiten Kampagne darüber, wie Altersarmut entsteht und was man dagegen tun kann. Neben aktuellen Zahlen, Daten und Fakten veröffentlicht der SoVD zudem im Sommer ein Konzept, das konkrete Lösungswege aus der Misere zeigt.
Eine Seniorin haelt Geldscheine in ihrer Hand im Seniorenzentrum Ulmenhof der Stephanus Wohnen und Pflege gGmbH in Berlin, Foto vom 13.05.2015.
Altersarmut beginnt schon dann, wenn man häufig arbeitslos ist. Foto: epd

Falblatt des SoVD: “Arm im Alter durch Arbeit”

Der Schulabschluss liegt hinter, die Zukunft vor dir – endlich arbeiten, Geld verdienen. Doch dann reiht sich ein Praktikum ans nächste. Nicht schlimm, geht anderen ja auch so. Später bist du in Lohn und Brot. Sozialversichert ist der Job nicht, aber es wird sicher bald besser. Und tatsächlich: Du hast einen Leihvertrag in der Tasche. Nur warum verdienen die direkt angestellten Kollegen für die gleiche Arbeit doppelt so viel, mit viel höheren Renten­anwartschaften? Da kündigt sich Nachwuchs an! Nach der Elternzeit findest du nur noch Teilzeitbeschäftigungen. In der Mitte des Lebens sagst du dir: Ärmel hoch und selbstständig machen. Aber … mit einem Ein-Personen-Betrieb kommt kaum der Mindestlohn dabei heraus, an private Rentenvorsorge nicht zu denken. Irgendwann bleibt dir nur Arbeitslosigkeit. Mit „Hartz IV“ ist dann Schluss mit den Rentenbeiträgen.Und plötzlich das ernüchternde Schreiben der Rentenversicherung.

Frauen haben besonders oft gebrochene Erwerbsbiografien – mit Lücken und „atypischer Beschäftigung“. Niedrige Löhne, niedrige RentenImmer mehr Menschen haben einen oder gleich mehrere solcher Einbrüche in Ihren Erwerbsbiografien. Nicht nur wer Arbeit sucht, sondern auch wer Arbeit hat, verspürt daher häufig nagende Unsicherheit: Die Hartz-Reformen haben seit 2002 prekärer Arbeit Tür und Tor geöffnet, Familienarbeit bringt noch immer oft unwiderrufliche Einschnitte mit sich, Arbeitslosigkeit führt viel zu schnell zur Fürsorgeleistung „Hartz IV“.

Doch all das hat weitere Konsequenzen: Niedrige Löhne drücken langfristig auch die Renten. Armut im Alter steigt – und wird angesichts unserer derzeitigen Arbeitswelt womöglich zum Massenphänomen werden, wenn nichts passiert. Wo beginnt Armut? Im Bundesdurchschnitt galten 2014 Alleinstehende mit einem monatlichen Einkommen unter 917Euroals gefährdet. Arm oder grundsicherungsbedürftig waren Alleinstehende mit einem Einkommen unter 769Euro.Quellen: Statistisches Bundesamt, BT-Drucksache 18/6403. Du sorgst dich um das, was viele Ältere bereits erleben. Prekäre Arbeit und das sinkende Rentenniveau verschärfen das Problem wechselseitig.

Deshalb geht uns Alters-armut alle gemeinsam an.

Text: SoVD

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