vignette_nosseck_bockLange habe ich darüber nachgedacht, ob ich von einem Robote gepflegt werden möchte. Ausgelöst hat dieses Gedankenspiel folgende Nachricht: “In Japan wächst der Anteil der Senioren an der Bevölkerung rasant, was auch dort zu Problemen mit der Pflegeversorgung führt. Der ROBEAR, der in Kooperation mit Sumitomo Riko entwickelt wurde, soll Abhilfe schaffen.”
Das nette Gesicht der hilfreichen automatischen Pflegekraft strahlt allerdings nicht so viel Vertrauen aus wie eine echter Mensch. Aber das ist wohl auch besser so. Denn es muss doch unterschieden werden, ob es sich um ein Hebekrahn handelt, der schwere Arbeit abnimmt oder eine Pflegekraft, die alten, oft einsamen Menschen ein bisschen psychologische Unterstützung geben.
Der Roboter-Bär gehört eindeutig laut Hersteller in die erste Kategorie. Er ist speziell darauf ausgelegt, menschlichen Pflegern mit dem Heben von Patienten eine der physisch belastendsten Tätigkeiten abzunehmen. Im Schnitt müssen Pflegekräfte laut Riken 40 Mal pro Tag einen Betreuten vom Bett in den Rollstuhl heben, was zu massiven Rückenproblemen führen kann. Dieses Risiko besteht für ROBEAR nicht. Seine Konstruktion zielt darauf ab, dass er dieses Heben effizient und sanft genug bewerkstelligt.
Trotzdem finde ich es gut, dass Menschen andere pflegen. Das schafft Arbeitsplätze und im täglichen Miteinander eine persönliche Komponente. Gerade, wenn die Freunde schon teilweise nicht mehr da sind, man nicht mehr so mobil ist, sind Pflegekräfte ein wichtiger Ansprechpartner. Das sollte man bei aller Begeisterung für Technik nicht vergessen. Zumal so ein Roboter auch nicht gerade billig ist. Dafür könnte man auch die Pflegekräfte besser bezahlen. Ich jedenfalls finde den Roboterbär etwas unheimlich. Aber vielleicht habe ich zu viele schlechte Science Fiction Filme gesehen.