vignette_mielenzOh ja, durch die immer wieder neuen Studien, wie Kinder ihre Eltern sehen und einschätzen, kann man schon durcheinander kommen, welche Ergebnisse denn nun aussagekräftig und “richtig” sind.

In der Kinder-Studie der Zeitschrift ELTERN FAMILY von Januar 2015 sind 700 Kinder im Alter von 6 bis 12 Jahren zu ihren Eltern befragt worden. 92 %  der Kinder sagen, dass sie die besten Eltern der Welt haben, 91 % fühlen sich bei ihren Eltern sicher und wohl, 82 % meinen, dass ihre Eltern immer Zeit für sie haben. Einzig und allein bemängelt die Forsa-Studie den Perfektionismus der Eltern und den dadurch entstehenden (unnötigen) Stress (www.Eltern.de/Forsa Studie).

Soweit, so gut! Jetzt hat aber die Zeitschrift ” Stern” (Nr.6 v.29.1.2015) auch wissen wollen, wie es unseren Enkelkindern in ihren Familien ergeht geht und was sie von ihren Eltern halten. Dazu wurde eine “Untersuchung” in Auftrag gegeben, in der 28 Jungen und Mädchen im Alter von 8 bis 15 Jahren in Tiefeninterviews zu ihrem “Seelenzustand” befragt wurden, Kinder und Jugendliche, die alle im Wohlstand leben und denen materiell nichts fehlt und die dennoch Leere verspüren und Ängste,  insbesondere Verlustängste haben.

Dabei haben die Wissenschaftler festgestellt, dass kaum ein Kind unter schulischem Leistungsdruck  oder Überforderung leidet. Die Kinder vermissen vor allem die Verlässlichkeit der Eltern, eine klare Verteilung der Aufgaben in der Familie, klare Regeln, Routinen und Rituale, klare Werte. Sie wollen Erwachsene, die Grenzen setzen, die Vorbilder sind und die Halt und Sicherheit vermitteln. Soweit die Interpretation der Wissenschaftler von “unterbewussten Forderungen” der Kinder..  Eltern laufen auf “Hochtouren”, sind gedanklich abwesend, tun immer irgendetwas, vermeiden Entscheidungen, aus Angst, etwas falsch zu machen und behandeln ihre Kinder als “Kumpel”. Kinder brauchen eben wieder “richtige” Eltern, so das Fazit der Untersuchung.

Natürlich sind die Methoden der Forsa-Studie und der Untersuchung durch den Stern unterschiedlich, die Altersgruppe und die Anzahl der Befragten auch…. genauso wie die Ergebnisse. Bleibt die Frage, ob sie verallgemeinerbar sind und welchen Erkenntniswert diese Studien haben? Auffällig ist auch, dass Kinder aus Nicht-Wohlstandsfamilien in beiden Studien nicht berücksichtigt werden. Es wäre interessant zu wissen, wie diese Kinder ihre Eltern sehen?