Bei der Ernte packen die Älteren kräftig mit an. Doch generell fehlen Jobs für Arbeitnehmer 50 plus. Foto: epd

Bei der Ernte packen die Älteren kräftig mit an. Doch generell fehlen Jobs für Arbeitnehmer 50 plus. Foto: epd

Der BDH Bundesverband Rehabilitation wünscht sich angesichts der Kritik der Wirtschaft an der Rente mit 63 eine Diskussion über altersgerechte Beschäftigungsverhältnisse. Ziel müsse es sein, ältere und junge Beschäftigte zusammenzubringen. Dazu sei es nach Ansicht der Verbandsvorsitzenden Ilse Müller nötig, Erwerbsmöglichkeiten auch während des Rentenbezugs zuzulassen und bislang gültige Verdienstgrenzen aufzugeben:
„Die Möglichkeit, nach 45 Beitragsjahren abschlagsfrei in Rente gehen zu können, ist ein Baustein rentenpolitischer Gerechtigkeit. Diese Beitragszahler haben ihren Anteil an der Stabilisierung der Sozialversicherung über einen sehr langen Zeitraum geleistet und verdienen ihren Ruhestand. Dass die Wirtschaft nun den Wert älterer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die in den Kreis der Anspruchsberechtigten fallen, zu schätzen lernt, kommt reichlich spät, aber nicht zu spät. Erfolgreiche Unternehmen benötigen einen Mix aus frischem Knowhow und berufsspezifischer sowie sozialer Erfahrung. Die Unternehmen sind nun am Zuge, mit passgerechten Angeboten auf Ältere zuzugehen und Anreize zu längerer Beschäftigung zu schaffen. Vor allem altersgerechte und flexiblere Arbeitszeitmodelle müssen nun diskutiert werden.“
Nach Ansicht der Vorsitzenden des Sozialverbandes ist der Gesetzgeber aufgefordert, die gesellschaftliche und demografische Umwälzung zu flankieren und die bestehenden Regeln zum Zuverdienst im Rentenalter erwerbsfreundlicher zu gestalten: „Wir plädieren dafür, die Hinzuverdienstgrenze von 450 Euro abzuschaffen und so die Erwerbsbarriere für Rentnerinnen und Rentner zu beseitigen. Die dann fälligen Beiträge zur Sozialversicherung wären wiederum ein Beitrag zur Stärkung der Solidargemeinschaft“, so Ilse Müller.