vignette_mielenzMeine Tochter hat während ihrer Schwangerschaft häufig klassische Musik gehört, vor allem (wie von Wissenschaftlern empfohlen) von Mozart, dessen Kompositionen fast gänzlich aus harmonischen Tönen bestehen, die das Ungeborene entspannen, aber auch anregen sollen. Die österreichische Musikwissenschaftlerin Vera Brandes meint, dass klassische Musik auf bestimmte Bereiche des Gehirns einwirkt und damit die mentalen und körperlichen Koordinationsfähigkeiten stimuliert. Und da Ungeborene etwa ab dem vierten Monat einen ausgeprägten Gehörsinn haben, würde klassische Musik der Entwicklung des Fötus sehr förderlich sein. Was in der Schwangerschaft gut ist, ist auch für das Neugeborene gut. Klassik-CD´s für das Baby werden in großer Auswahl im Internet angeboten.
Aber damit nicht genug. In Hayward Amerika ist eine Prenatal University gegründet worden. Dort gibt es für ca. 3.000 eingeschriebene Babys alles, was für ein “Vorbewusstsein” der Babys für Sprache und Zahlen notwendig scheint: einfache Sätze, Gedichte, leichte Mathematik, klassische Musik und was sonst noch dazugehört, um die Intelligenz der Kleinen zu entwickeln … und das schon vor der Geburt!
Da wir in Deutschland keine solche “vorgeburtliche Universität” haben, hat meine schwangere Tochter selbst laut vorgelesen, Gedichte aufgesagt und einfache Additionen vorgerechnet. Schließlich sollte nichts an Möglichkeiten versäumt werden.
Selbstverständlich sind diese Vorgehensweisen nicht unbestritten und selbstverständlich gibt es auch Forschungen, die das Gegenteil des “pränatalen Lernens” behaupten. Sie meinen, dass es im Bauch der Schwangereren durch die körpereigenen Geräusche (Magen, Darm, Blutzirkulation) für den Fötus (im Fruchtwasser) schon so laut sei, dass weder Mozart noch aufgesagte Gedichte bei ihm ankommen. Vorgeburtlicher Unterricht bringe rein gar nichts, er mache das Neugeborene nicht schlauer, höchstens unruhig und schlaflos.
Nun heißt es aber auch, dass Einflüsse während der Schwangerschaft den Menschen sein ganzes Leben prägen. Dabei geht es allerdings nicht um Mozart und vorgeburtliche Förderung, sondern allein um den Stoffaustausch mit der Mutter und die richtige Ernährung.