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Niedriglöhne – eine Sozialdoku zeigt die Folgen für Ältere

Arbeiten, in die Rentenkasse einzahlen und dennoch nicht davon leben können - das betrifft all jene, die im Niedriglohnsektor arbeiten. Wie die Situation dieser Menschen ganz konkret aussieht, haben sich zwei Reporterinnen einmal ganz genau angeschaut.

Heike L. ist Friseurmeisterin und leitet einen Salon in Brandenburg an der Havel. Ihr Nettoverdienst pro Monat: 1000 Euro. Ihre 24-jährige Tochter ist Industriemechanikerin und verdient das Doppelte. Foto: ZDF
Arbeiten, in die Rentenkasse einzahlen und dennoch nicht davon leben können – das betrifft all jene, die im Niedriglohnsektor arbeiten. Wie die Situation dieser Menschen ganz konkret aussieht, haben sich zwei Reporterinnen einmal ganz genau angeschaut.
In der „ZDF.reportage: Arm trotz Rente – Niedriglöhne und die Folgen“ begleiten Nicola Graef und Eva Fouquet Menschen, die immer in die Rentenkasse eingezahlt haben und heute dennoch ohne staatliche Hilfe oder zusätzliche Jobs kaum überleben können. Der Film, den das ZDF heute (Sonntag, 18. November) um 18 Uhr ausstrahlt (Wiederholung am 23. November um 10.30 Uhr auf ZDFinfo), thematisiert ein drängendes gesellschaftliches Problem. Denn auf viele Berufstätige aus dem heutigen Niedriglohnsektor könnte im Alter ein großes finanzielles Problem zukommen.
35 Jahre lang hat etwa Helga Z. in die Rentenkasse eingezahlt. Als Rentnerin muss die heute 71-Jährige von 466 Euro im Monat leben. Sie war als Bürokauffrau fest angestellt und führte freiberuflich ein Bekleidungsgeschäft. Von den 1400 DM pro Monat, die ihr ein Rentenberater vor vielen Jahren in Aussicht gestellt hatte, ist heute nicht mehr die Rede. Sie muss dazuverdienen, ist ständig auf der Suche nach neuen Jobs. Weil sie ihre Miete allein nicht mehr bezahlen kann, plant sie, ein Zimmer unterzuvermieten.
So wie Helga Z. geht es vielen Rentnern in Deutschland – Tendenz steigend. Der demoskopische Wandel lässt erahnen, dass es in den kommenden Jahrzehnten noch härter werden wird. „Ich habe fast 30 Jahre in die Rentenkasse eingezahlt – und bekomme 630 EUR im Monat, das reicht natürlich nicht zum Leben.“ Herrmann Küfner kam in den 70ern aus Österreich nach Deutschland und arbeitete als Elektrotechniker. Nach der Scheidung von seiner Frau vor 10 Jahren, lebt er jetzt in einem kleinen Holzhaus auf einem Camping Platz und muss dazu verdienen. „Das klappt zum Glück ganz gut – ich bekomme immer wieder kleine Arbeiten als Elektrotechniker. Doch eigentlich habe ich mir meine Seniorendasein anders vorgestellt. Leben auf einem Campingplatz, als Urlaub gern aber nicht jeden Tag.“So wie Herrmann Kürfner geht es vielen Rentnern in Deutschland und es werden immer mehr. Von Altersarmut ist die Rede, von der Aufstockung der Rente, vom Leben am Rande des Existenzminimums – und das in Deutschland, vor wenigen Jahren wäre das undenkbar gewesen. Betrachtet man den demoskopischen Wandel, wird es in den kommenden Jahrzehnten noch schlimmer werden. Arbeiten, einzahlen und dennoch nicht davon leben können, das betrifft auch junge Berufseinsteiger.
„Ich liebe meinen Beruf, aber wenn ich vom Arbeitsamt keinen Zuschuss zu meinem Gehalt bekommen würde, könnte ich meinen Traumjob an den Nagel hängen.“ Armin ist Friseur bei einer Billigkette. Schneiden, färben, föhnen für 15 EUR – da kann nicht genug Gehalt abfallen. Sein Job wird vom Staat mitfinanziert. „Es ist doch absurd, wie soll mein Arbeitgeber da noch was für die Rente abzwacken. Das bisschen wird später niemals reichen, das weiß ich jetzt schon. Aber ich bin jung und mache mir einfach keine Gedanken darüber, sonst würde ich ja verrückt werden.““Zum Leben reicht es nicht!“ begleitet Rentner und junge Berufstätige, die ohne staatliche Hilfe oder zusätzliche Jobs nicht überleben könnten. Menschen, die gerne gearbeitet haben und gerne arbeiten, bei denen es aber einfach nicht reicht.
Weitere Infos zur Sendung unter http://reporter.zdf.de.

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