Kritik gibt es an der Erhöhung der Verdienstobergrenze bei Minijobs. Foto: epd

Die Erhöhung der Verdienstobergrenze für Minijobber von 400 auf 450 Euro wird nach Ansicht der Vorsitzenden des BDH Bundesverband Rehabilitation, Ilse Müller, zu einer Verschärfung der Rentenmisere in Deutschland beitragen und die Zahl der Transferempfänger im Alter deutlich erhöhen. Die Entwicklung beschleunigt sich zusehends:
„Die Erhöhung der Verdienstobergrenze für Minijobber von 400 auf 450 Euro wird kaum positive Effekte auf die Beschäftigungsentwicklung in Deutschland ausüben. Inzwischen arbeiten 7,3 Millionen Menschen im Niedriglohnsektor, Tendenz steigend. Viele Unternehmen stehlen sich mit diesen Dumping-Angeboten aus der Verantwortung und umgehen so die Zahlung der volkswirtschaftlich notwendigen Sozialversicherungsbeiträge. Es muss offen angesprochen werden, dass sich die Arbeitsmarktpolitik mit ihrer einseitigen Förderung des Niedriglohnbereichs auf unmittelbarem Konfrontationskurs mit der Entwicklung des Rentenniveaus befindet und eine wachsende Anzahl der Niedriglohn-Empfänger zu einem späteren Zeitpunkt zu Transferempfängern im Rentenalter macht. Die Bundesregierung verschiebt ein grundsätzliches soziales Problem der Verteilungsgerechtigkeit einer ganzen Generation auf die Phase des späteren Rentenbezugs. Was wir dringend benötigen sind Jobs mit sozialer Absicherung, andernfalls gefährden wir unseren Sozialstaat auf eine unverantwortliche Weise und werden in wenigen Jahren eine Rechnung zu begleichen haben, die wesentlich teurer ausfallen dürfte“, so Ilse Müller.