Ich wollte es erst nicht glauben, was mir eine Freundin erzählt hat. Sie war mit ihrer Mutter in ein Café gegangen, das in unmittelbarer Nähe von zwei Seniorenheimen liegt. Das eine ist ein schönes städtisches Altenheim und das andere eine sehr gepflegte Einrichtung des Betreuten Wohnens. In dieser Anlage wohnen Menschen, die sich ihren Lebensabend mit der einen oder anderen Annehmlichkeit versüßen können. Dazu gehört offenbar auch die Wahl des richtigen Rollatormodells.
Ich werde jetzt nicht die Aufgabe der Werbeabteilung eines Herstellers übernehmen und für ein bestimmtes Modell werben. Sondern es geht vielmehr um das Prinzip. Denn die Mutter meiner Freundin benutzt eine solche mobile Gehhilfe der einfachen Kategorie. Also einen Rollator, der etwas unförmig ist und keineswegs den modischen Ansprüchen der übrigen Besucherinnen des Gartencafés genügte. Denn diese verweigerten meiner Freundin und deren Mutter einen Platz an ihrer Tafel mit der Begrüdung, wer so einen häßlichen Rollator benutzt, der gehört nicht zu ihrem Kreis.
Ich war sprachlos. Natürlich ist der Rollator inzwischen zu einem Hilfsgerät geworden, dass es in verschiedenen Ausführungen gibt. Doch der praktische Nutztwert steht an erster Stelle.
Meine Freiundin hat diesen unerfreulichen Vorfall jedenfalls zum Anlasss genommen, um ihrer Mutter einen schöneren Rollator zu kaufen.
Der Hersteller wird jetzt sicher darüber nachdenken, ob er künftig Modelle mit Swarovski-Steinen, Porsche-Design oder Tigerfell-Bezug herstellen sollte.
Einen kleinen Übberblick über das, was auf dem Markt zu finden ist, gibt unser Magazin 66-Video.
Mich würde aber auch Ihre Einschätzung interessieren: Ist der Rollator inzwischen genauso unverzichtbar wie die Zahnspange im Teenie-Alter? Muss er auch noch schön aussehen doer reicht es, wenn er praktisch ist?