Eigentlich sollte das doch so sein, Großeltern haben erst für ihre Kinder und dann auch für ihre Enkelkinder eine Vorbildfunktion, d.h. sie sollten sich zumindest dann, wenn sie mit ihren Enkelkindern zusammen sind, vorbildlich verhalten. Eigentlich! Denn, dass das eine schwere Herausforderung ist, muß wohl nicht betont werden.
Hier geht es um meinen Mann, also den Opa, der “nun mal so ist, wie er ist” und damit jegliche Vorbildfunktion von sich weist.
Als unser Enkelsohn noch klein war, hat er (“sportlich”) mit ihm geübt, “sicher” bei roter Ampel über die Straße zu gehen. “Warum warten, bis die Ampel grün zeigt, wenn doch kein Auto zu sehen ist”. Das war natürlich gar nicht gut.
Jetzt ist unser Enkelsohn 17 Jahre alt. Wenn er bei uns zu Besuch ist, haben Opa und Enkel große Freude beim Biertrinken – ein, zwei, manchmal auch drei “Fläschchen” für jeden. Da könnten sie so gut miteinander reden, beteuern beide treuherzig … und Bier sei in Bayern ja kein Alkohol, sondern Grundnahrungsmittel … und überhaupt sei unser Enkelsohn ja schon fast volljährig und nur selten zu Besuch.
Mich “überzeugen” diese Argumente nicht. Streit hat es deswegen auch schon gegeben, geändert hat sich nicht wirklich was. Wie kann ich denn meinen Mann an seine Opa-Vorbildfunktion erinnern, denn man hört doch soviel von Alkoholproblemen bei Jugendlichen?