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Auf der Hitliste neuer Abzock-Methoden ganz oben steht eine interessante Masche, die bevorzugt bei Senioren angewandt wird: Verbraucher werden ohne ihre vorherige Erlaubnis angerufen und zur Bestellung einer Probepackung eines Nahrungsergänzungsmittels überredet.
Diese Anrufe werden oft als „Informationsgespräch“ oder „Umfrage zum Arzneimittelkauf“ getarnt, berichtet die Verbraucherzentrale. Die Firmen heißen Medivatis GmbH oder Medi-Pharm, Hirschberger NaturRat oder Helvetia vital. Während des Gesprächs locken sie mit günstigen Probepackungen für Ginkgopräparate, die zu besserer Konzentrationsleistung verhelfen sollen und zum Probierpreis oder gar als Dankeschön zugestellt werden. Die Verbraucherzentrale warnt: „Mit Erhalt der Probepackung schieben die Unternehmen dann einen Abovertrag unter, wenn ihnen innerhalb von 14 Tagen kein Widerspruch zugeht.“ Durch einen solchen Vertrag sollen Forderungen von bis zu rund 380 Euro entstehen.
Möchte der Angerufene dann Widerspruch einlegen, wird ihm als Unternehmensadresse entweder nur eine Postfachadresse angegeben oder gar zwei unterschiedliche Anschriften. Egal, bei welcher Adresse widerrufen wird: Der Widerruf sei an die falsche Adresse geschickt worden. Begleicht der Verbraucher die Rechnung nicht, wird ihm oftmals mit einer Inkasso-Gesellschaft und „erheblichen Gebühren“ gedroht. Grundsätzlich rät die Verbraucherzentrale den Betroffenen, die sicher sind, keine kostenpflichtige Ware bestellt zu haben, die Rechnung der Warensendungen zu ignorieren und die Produkte wie „unbestellte Ware“ zu behandeln.