"Der Kurs überlässt letztlich mir die Entscheidung, wie ich für mein Alter vorsorge", bestätigt die 33-jährige Carla B., die daran teilgenommen hat. Foto: AMS

Auch wenn viele Frauen nicht gern übers Älterwerden sprechen: Altersvorsorge sollte zum Pflichtthema auf der weiblichen Agenda werden. Gerade Frauen müssen sich intensiv Gedanken über ein zusätzliches Finanzpolster im Alter machen, denn wegen immer noch typisch weiblicher Tätigkeiten wie Teilzeitarbeit, Minijob, Erziehungszeiten oder Pflege von Angehörigen wird die gesetzliche Rente allein später nicht immer ausreichen, um den gewohnten Lebensstandard zu halten. Manche Anbieter haben bereits Extra-Produkte speziell für Frauen im Angebot, die sich jedoch meist als Werbetricks entpuppen. Laut der unabhängigen Initiative “Altersvorsorge macht Schule”, an der sich die Bundesregierung, die Deutsche Rentenversicherung, die Volkshochschulen und andere Partner beteiligen, gibt es genügend Angebote ohne “Frauen-Etikett”, mit denen sich die Altersvorsorge individuell gestalten lässt.
Zunächst sollte Frau ihren Vorsorgebedarf klären: Wie viel Geld wird im Alter gebraucht, was bringt die gesetzliche Rente und wie viel muss zusätzlich angespart werden? Dann geht es an die Strategie für die individuelle Vorsorge. Hier lohnt sich eine gute und unabhängige Beratung, die auf die Bedürfnisse und die eigene Biografie eingeht.
Für viele Frauen eignet sich die Riester-Rente mit staatlichen Zulagen von bis zu 154 Euro jährlich. Pro Kind gibt es zusätzlich die Kinderzulage von 185 Euro und für Kinder, die ab 2008 geboren wurden, sogar jeweils 300 Euro. In der Elternzeit oder bei Minijobs kann der Riester-Vertrag auch mit dem Mindestbeitrag von nur 60 Euro im Jahr bespart werden. Zudem ist das angesparte Kapital “Hartz IV-sicher”.
Um flexibel zu bleiben, ist es sinnvoll, die monatlichen Sparraten für die Altersvorsorge auf verschiedene Töpfe zu verteilen, etwa Tagesgeld für kurzfristige Ausgaben, Fonds für den Vermögensaufbau und eine Rentenversicherung für die Sicherung im Alter. Mehr Tipps gibt die Broschüre “Rentenratgeber für Frauen” des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales. Sie enthält ausführliche Informationen zu Themen, die besonders interessant sind für Frauen – geringfügige Beschäftigung, häusliche Pflege oder andere spezielle Lebenssituationen. Die Broschüre steht unter www.bmas.de zum Herunterladen bereit.

Ausführliche Informationen zu allen Aspekten der zusätzlichen finanziellen Absicherung fürs Alter gibt es in den Kursen von “Altersvorsorge macht Schule”. Die Kurse von “Altersvorsorge macht Schule” werden bundesweit an über 500 Volkshochschulen angeboten und gehalten von Fachleuten der Deutschen Rentenversicherung. Zwei Kursvarianten hat die Initiative: Der kostenlose Einstiegskurs gibt in 90 Minuten einen kompakten Überblick zu den wichtigsten Fragen der Altersvorsorge. Der Intensivkurs macht die Teilnehmer in 12 Stunden zu Vorsorge-Experten in eigener Sache. Die Gebühr zum Intensivkurs beträgt höchstens 20 Euro und beinhaltet umfassende Materialien. Die Anmeldung zu den Kursen erfolgt bei den teilnehmenden Volkshochschulen vor Ort. Mehr Informationen unter www.altersvorsorge-macht-schule.de oder unter der kostenlosen Telefonnummer 0800 – 1000 4800.
“Altersvorsorge macht Schule” ist eine Initiative der Bundesregierung, der Deutschen Rentenversicherung, des Deutschen Volkshochschul-Verbandes, des Verbraucherzentrale Bundesverbandes, des Deutschen Gewerkschaftsbundes und der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände. Kern des Projekts sind spezielle Kurse zur Altersvorsorge an den deutschen Volkshochschulen. Die bisherigen Teilnehmer stellen dem Angebot offenbar ein gutes Zeugnis aus: 97 Prozent bezeichneten die Kurse als geeignete Hilfe, um die eigene Altersvorsorge planen zu können.