Unsere Enkeltochter ist noch nicht ganz zwei Jahre alt und soll jetzt in eine Kinderkrippe gehen, obwohl meine Schwiegertochter noch nicht wieder arbeitet. Warum? Darüber haben wir in unserer Familie heftig gestritten. Meine Schwiegertochter meint, dass es unserer Enkeltochter als Einzelkind gut täte, so früh wie möglich gefördert zu werden. Außerdem habe sie eine Einrichtung ausgewähl, in der unsere Enkeltochter optimale Lernbedingungen vorfindet, denn im nachfolgenden Kindergarten könne sie Buchstaben, Zahlen und sogar auch Englisch lernen. Wir finden, zu früh und zu viel lernen ist für unsere Enkeltochter nicht gut. Den Kontakt mit anderen Kindern und eine “behutsame” Förderung gibt es doch auch in Spielkreisen oder Miniclubs, die keinen festen Tagesablauf haben, wo unsere Enkeltochter folglich nach Lust und Laune mitmachen kann – oder eben auch nicht. Auch wenn das Gehirn im frühen Kindesalter besonders aunahmefähig ist, reicht es doch wohl, wenn das “richtige” Lernen erst mit der Schule beginnt. Oder wird die Konkurrenz um gute Schulabschlüsse schon in die Kinderkrippe getragen? Übrigens: Wie alt war eigentlich Hänschen, als er lernen mußte, weil er als Hans das nimmer lernt?