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Der Google-KI-Modus

Google-KI-Modus

Künstliche Intelligenz begegnet uns inzwischen an vielen Stellen im digitalen Alltag. Besonders bekannt und beliebt sind sogenannte Text-KIs: Programme, denen man eine Frage oder Aufgabe in ganz normaler Sprache stellen kann und die darauf eine passende Antwort formulieren. Das bekannteste Beispiel dafür ist wahrscheinlich ChatGPT. Doch längst bieten auch andere große Anbieter solche KI-Assistenten an. Microsoft hat eine KI mit dem Namen Copilot unter anderem in den Edge-Browser integriert, Meta bietet Meta AI direkt in WhatsApp an und auch Google hat mit Gemini einen eigenen umfangreichen KI-Assistenten entwickelt.

Über alle diese Programme haben wir bereits berichtet, eine Zusammenstellung mit den passenden Links zum Nachlesen finden Sie am Ende des Beitrags. Außerdem gibt es noch weitere bekannte Text-KIs, zum Beispiel Claude oder Perplexity.

Das Besondere an diesen Angeboten ist die Art der Bedienung. Statt wie bei einer klassischen Internetsuche nur einzelne Suchbegriffe einzugeben, kann man eine vollständige Frage stellen oder sogar ein kleines Gespräch führen. Man kann nachfragen, sich etwas einfacher erklären lassen, Texte zusammenfassen oder sich bei einer Aufgabe helfen lassen. Die KI versucht dabei, aus der gestellten Frage eine verständliche und möglichst passende Antwort zu formulieren.

Neu: Google-Suche mit KI

Google geht inzwischen noch einen Schritt weiter und verbindet die bekannte Internetseite der Google-Suche direkt mit künstlicher Intelligenz. Dafür gibt es in der Suchmaske nun den sogenannten KI-Modus. Er ist neuer Bestandteil der Google-Suche und kann ähnlich wie die klassische Suche verwendet werden, funktioniert aber deutlich anders. Eine der wesentlichen Unterschiede zu vielen anderen KIs ist, dass die Google-KI komplett ohne Registrierung und damit ziemlich anonym genutzt werden kann. Der Inhalt, der im Google-KI-Modus genutzt wird, wird gelöscht, sobald die Konversation geschlossen wird. Die Identität, die IP-Adresse und der Standort bleiben währenddessen anonym. Das ist nicht bei jeder KI so!

Bei einer normalen Google-Suche geben Sie beispielsweise „Wie pflege ich einen Olivenbaum im Winter?“ ein. Die Suchmaschine zeigt Ihnen daraufhin eine Liste mit passenden Internetseiten. Sie müssen nun selbst eine oder mehrere dieser Seiten öffnen und dort nach der gewünschten Information suchen. Im KI-Modus versucht Google hingegen, die Frage direkt zu beantworten. Die KI sucht nach passenden Informationen, fasst diese zusammen und präsentiert daraus eine ausführliche Antwort. Gleichzeitig werden Quellen und weiterführende Internetseiten angezeigt, sodass man die Informationen bei Bedarf selbst nachlesen und überprüfen kann.

Damit verändert sich die Rolle der Google-Suche erheblich: Früher half Google vor allem dabei, die richtige Internetseite zu finden. Im KI-Modus versucht Google, die gesuchte Antwort gleich selbst zu liefern. Wir haben dazu einen neuen Film erstellt, in dem wir den neuen KI-Modus der Google-Suche ausführlich vorstellen. Dabei haben wir uns mit der KI über sich selbst unterhalten. Das Ergebnis sehen Sie hier:

Der Unterschied zu ChatGPT

Das alles erinnert natürlich stark an ChatGPT, und tatsächlich gibt es viele Gemeinsamkeiten. Es gibt aber auch einige Unterschiede. Die Frage, wann sich die normale Google-Suche, der KI-Modus oder ein eigenständiger KI-Assistent wie ChatGPT besser eignet, schauen wir uns im Folgenden genauer an.

Auf den ersten Blick machen der KI-Modus in der Google Suche und ein Chatbot wie ChatGPT tatsächlich fast das Gleiche. Man stellt eine Frage in normaler Sprache und bekommt eine von KI formulierte Antwort. Man kann anschließend Rückfragen stellen und das Gespräch fortsetzen. Der Unterschied liegt weniger darin, wie es aussieht, sondern darin, wofür die beiden Angebote gedacht sind und wie sie an Informationen kommen.

Der Google-KI-Modus ist in erster Linie eine neue Form der Internetsuche. Er soll die klassische Trefferliste ergänzen beziehungsweise teilweise ersetzen. Statt Ihnen zehn Internetseiten zu zeigen und Sie die Antwort selbst zusammensuchen zu lassen, durchsucht Google das Internet und erstellt daraus eine zusammengefasste Antwort. Dabei spielen aktuelle Webseiten und die dazugehörigen Quellen eine zentrale Rolle.

Ein Chatbot wie ChatGPT ist dagegen in erster Linie ein mit Texten trainierter KI-Assistent. Zwar kann auch ChatGPT im Internet recherchieren und aktuelle Quellen heranziehen. Seine Aufgaben gehen aber weit über diese Art der Suche hinaus: Es kann beispielsweise einen Brief formulieren, einen vorhandenen Text verbessern, Ideen sammeln, komplizierte Sachverhalte erklären, Informationen aus hochgeladenen Dokumenten auswerten, bei Berechnungen helfen oder gemeinsam mit dem Nutzer Schritt für Schritt an einer Aufgabe arbeiten.

Die Grenze zwischen den Anwendungen wird aber zunehmend unscharf. Für viele einfache Fragen wie „Wie lange muss ein Ei kochen?“, „Was bedeutet das Wort Philatelie?“ oder „Welche Sehenswürdigkeiten gibt es in Mainz?“ können heute beide praktisch dieselbe Aufgabe erledigen.

Der vielleicht größte Unterschied ist eher der Ausgangspunkt: Wer ohnehin bei Google etwas suchen möchte, kann dafür auch den KI-Modus verwenden. Wer dagegen richtig mit einer KI arbeiten möchte, einen Text erstellen, erklären, verändern oder gemeinsam Schritt für Schritt bearbeiten möchte, ist bei einem KI-Assistenten wie ChatGPT besser aufgehoben. Für ChatGPT ist zudem eine Anmeldung nötig, der KI-Modus der Google Suche kann auch ohne Registrierung genutzt werden.

Und wer ganz gezielt aktuelle Daten wie Öffnungszeiten, Routen oder eine Adresse suchen möchte, der verwendet am besten auch weiterhin die ganz normale Google-Suche und keinen KI-Modus.

Kurs zu Künstlicher Intelligenz

Immer wieder erreichen uns Anfragen, ob wir bei Levato auch einen Kurs zum Thema Künstliche Intelligenz (KI) anbieten werden. Tatsächlich beschäftigen wir uns intensiv mit diesem Thema und ein solcher Kurs ist für die Zukunft auch geplant.

Im Moment möchten wir damit noch warten. Der Grund dafür ist vor allem die enorme Geschwindigkeit, mit der sich die KI-Angebote derzeit verändern. ChatGPT, Google Gemini, Microsoft Copilot, Meta AI und andere Dienste erhalten laufend neue Funktionen, teilweise wöchentlich. Bedienoberflächen ändern sich, Funktionen kommen hinzu oder verschwinden sogar wieder und auch die Möglichkeiten, wofür man eine KI im Alltag einsetzen kann, entwickeln sich rasant weiter. Bis ein halbwegs endgültiges Bild entsteht, das man in Erklärfilmen im Rahmen eines Kurses darstellen kann, dauert es noch.

Für einen Levato-Kurs ist uns wichtig, dass unsere Anleitungen verständlich, praktisch und möglichst lange aktuell bleiben. Es wäre wenig hilfreich, heute einen umfangreichen Kurs mit zahlreichen Erklärfilmen zu produzieren, wenn schon einige Wochen später viele Funktionen, Bildschirmansichten und Arbeitsschritte nicht mehr stimmen.

Deshalb beobachten und erklären wir das Thema KI natürlich weiterhin und greifen wichtige Entwicklungen, so wie heute, in unseren schriftlichen Beiträgen auf. Mit einem umfassenden Kurs warten wir, bis sich die wichtigsten Anwendungen stärker gefestigt haben, vor allem was die Bedienoberflächen betrifft.

Mehr Informationen zu KI für Mitglieder

Im Mitgliederbereich finden Sie noch viele weitere Informationen zum Thema Künstliche Intelligenz. Wir haben in der Vergangenheit bereits über ChatGPT, Google Gemini, Meta AI (in WhatsApp) und Microsoft Copilot berichtet. Hier haben wir einige passende Inhalte für Sie herausgesucht und verlinkt.

Levato-Mitglieder finden hier eine Übersicht über alle KI-Beiträge:

Künstliche Intelligenz

Passende Beiträge aus dem Newsletter und aus den Kursen

Meta AI: Die KI kommt zu WhatsApp

So funktioniert ChatGPT

Gemini: Interview mit einer KI

Kleines Lexikon der künstlichen Intelligenz

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