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Filme für die ältere Generation

Eine eindrucksvolle Studie über ein langes Leben zu zweit.  Foto: Weltkino Filmverleih

Es lohnt sich, in diesem Herbst ins Kino zu gehen. Es laufen einige Filme an, die sich an die ältere Generation als Zielgruppe wenden. Diese Geschichten fördern aber auch das Generationenverständnis und sind daher auch für Jüngere geeignet. Drei Tipps unserer 66 Redaktion.

Am Anfang einer Beziehung ist das Lebensende meist noch fern. Es existieren häufig romantische Vorstellungen davon, wie man gemeinsam alt wird. Doch wie ist es wirklich? Mit ihrem Dokumentarfilm »Für immer« zeigt Grimme-Preisträgerin Pia Lenz seltene Einblicke in die letzte Phase eines Paares. Ihr ist eine präzise Langzeitbeobachtung gelungen. Über mehrere Jahre hat sie Eva und Dieter Simon mit der Kamera begleitet.

Im Winter 1952 haben Eva und Dieter das erste Mal miteinander getanzt. Sie haben geheiratet, ein Haus gebaut, drei Kinder bekommen. Sie haben gestritten, gezweifelt, Krisen gemeistert und sind zusammen alt geworden. Nun beginnen Evas Kräfte zu schwinden. Ein allerletztes Mal schlagen sie als Paar einen neuen Weg ein, blicken zurück auf die glücklichen Momente, aber auch auf das Unvermeidliche, das vor ihnen liegt.

Entstanden ist ein bewegender Film über eine langjährige Liebe und ein Abschiednehmen vom Leben zu zweit – durch den die wunderbare Stimme von Nina Hoss führt.

Der Film »Für immer« kommt am 9. November in die Kinos. Er feierte seine Weltpremiere im Deutschen Wettbewerb des diesjährigen ­DOK.fest München. Im Rahmen des Festivals wurde der Film mit dem VFF Dokumentarfilm-Produktionspreis ausgezeichnet.

Unser Aufmacher-Bild zeigt Eva Simon am Schreibtisch. Foto: Henning Wirtz

Die unwahrscheinliche Pilgerreise des Harold Fry

Alles beginnt mit einem Brief, den Harold Fry, weit über 60, im Ruhestand, gewöhnt an sein wortkarg eingefahrenes Leben mit seiner Frau Maureen, erhält. Queenie, eine ehemalige Kollegin und gute Freundin, liegt in einem Hospiz im Sterben. Harold ist tieftraurig. Denn es gibt noch so viel, was er Queenie sagen will. Und so entscheidet sich Harold, zu ihr zu gehen. Zu Fuß. Die ganzen 600 Meilen nach Berwick-upon-Tweed. Immer wieder ruft er im Hospiz an, Queenie solle nicht aufgeben, auf ihn warten. Und während Harold auf seiner ungewöhnlichen Reise durch England den verschiedensten Menschen begegnet, erinnert er sich: An sein Leben, seine Ehe, seinen Sohn. Und all die Fehler, die ein Leben eben mit sich bringt.

Im Jahr 2012 war der Roman von Rachel Joyce ein weltweiter Erfolg. Die Filmemacherin Hettie McDonald hat nun, zusammen mit Joyce selbst als Drehbuchautorin, die Geschichte für die große Leinwand adaptiert. Dabei ist es gelungen, sowohl den leisen Humor als auch die warme und liebevolle Grundstimmung der Vorlage zu übertragen. Fast ein wenig märchenhaft wirken die Begegnungen Harolds, dabei löst jede einzelne von ihnen Erinnerungen in ihm aus, die sich durch immer stärker aufblätternde Rückblenden wie ein Puzzle zu einem dramatischen Ganzen zusammensetzen.

Ab 26. Oktober im Kino.

Zum Singen ist man nie zu alt

Das Leben im hohen Alter ist eine Herausforderung, die von den Mitgliedern des Hamburger Senioren-Showchors »Heaven can wait« mit Bravour angenommen wurde. Regisseur Sven Halfar hat einen herzerwärmenden Dokumentarfilm gedreht, der das Motto des Chors mit dem Zusatz versehen hat: »Wir leben jetzt«. Genau das ist die Botschaft dieser munteren Gruppe.

Mit der Jubiläumsshow »Still Alive – 2.000 Jahre live on stage«, feierte der Ü-70-Chor unter der Leitung von Chordirektor Jan-Christof Scheibe sein 10-jähriges Bestehen und begeisterte das Publikum in norddeutschen Spielstätten, wie dem traditionsreichen St. Pauli-Theater, mit einem wilden Mix aus Songs von Sido, Jan Delay und The Bee Gees bis zu den Fantastischen Vier, Deichkind und Udo Lindenberg.

Ab Oktober 2023 ist der Film im Kino zu sehen.

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