Anzeige

Moderne Großeltern

Omas, wie die meine eine war, gibt es nach wissenschaftlichen Forschungen zu „modernen Großeltern“ nicht mehr, sie sind „ausgestorben. Meine Großmutter kam aus Ostpreußen, lebte dann mit uns (meiner Mutter und mir) in Berlin, hatte graue Haare, die sie zu einem Knoten im Nacken zusammen band, trug meistens Kittelschürzen (die es heute wohl nicht mehr gibt), saß in Winterzeiten neben dem Ofen und las und war so zart und gebrechlich, dass ich schon als Kind meinte, auf sie aufpassen zu müssen.
In ihrem Artikel zu modernen Großeltern (zu finden unter eltern.t-online.de) stellt Simone Blaß fest, dass es zwischen dem Bild, das wir uns von Großeltern machen (unmodern, ein bißchen wie meine Großmutter) und dem Bild von den aktiven, fiten und gebildeten Senioren erhebliche Widersprüche bestehen. Lapidar wird zusammengefaßt: Die Rolle der Großeltern und die familiären Erwartungen an sie unterliegen einem erheblichen gesellschaftlichem Wandel.
Moderne Großeltern bleiben länger gesund, sie werden älter als die Großeltern früher und sie verbringen mehr Zeit mit ihren Enkelkindern. Sie sind als „Feuerwehr der Familie“ immer bereit (unter Zurückstellung der eigenen Interessen), für die Enkelkinder und die Familie dazusein, haben aber selbst davon erheblichen „Nutzen“, indem sie länger jung und neugierig bleiben. Soweit die Forschungsergebnisse, die nun ja so neu letztlich nicht sind. Also, ich sehe keine so großen Unterschiede zu den Großeltern früher, höchstens in der Kleidung und in der Erscheinung, in ihrer Bedeutung für Enkelkinder und Familie nicht.
Wahrscheinlich habe ich als Kind meine Oma fit gehalten, sie ist immerhin 91 Jahre alt geworden.

Eine Antwort

  1. Vielleicht gibt es inzwischen große äußere Unterschiede zwischen unseren Großmüttern (ich kann dazu aus eigener Erfahrung nichts sagen, denn meine beiden waren schon tot, als ich auf die ‚Welt kam), aber ganz gewiß nicht in der Bedeutung, die sie für Enkelkinder haben. Egal, ob flott oder ein wenig bieder, wichtig war und ist bis heute noch, wie die Alten auf die Kinder zugehen, was sie mit Ihnen machen und was sie schließlich für sie bedeuten. Ich hatte eine Tante, eine kleine, so lange ich mich erinnern kann, immer zu dicke, Frau, nicht besonders schlau, aber alle kleinen Kinder wollten immer bei ihr schlafens, an ihren großen Busen kuscheln, sie fühlten sich immer bei ihr ganz geborgen – für alle, die sie als kleine Kinder erlebtg haben, war sie in der Erinnerung eine wundervolle alte Frau.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

weitere Beiträge

Die Rezepte unserer Omas

Skip to content