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WhatsApp: Gerüchte um erweiterten Datenschutz

Erweiterter Datenschutz

Zur Zeit verbreitet sich über WhatsApp ein Kettenbrief, der viele Nutzerinnen und Nutzer verunsichert. Darin heißt es sinngemäß, dass die künstliche Intelligenz (KI) jetzt auf alle privaten WhatsApp-Nachrichten zugreifen könne, wenn man nicht sofort die „erweiterten Datenschutzeinstellungen“ aktiviert. Teilweise wird sogar behauptet, dass die KI dadurch auch Telefonnummern oder persönliche Daten aus dem Handy auslesen könne. Diese „erweiterten Datenschutzeinstellungen“ gibt es wirklich und sie sind eine neue Funktion von WhatsApp. Die Behauptung, dass man diese aktivieren muss, damit die KI nicht auf unsere Unterhaltungen zugreifen kann, ist aber falsch und frei erfunden. Auf diese Weise funktionieren viele Kettenbriefe dieser Art. Sie nehmen eine existierende, meist sehr neue Funktion als Grundlage und leiten daraus falsche oder stark übertriebene Behauptungen ab. Diese verbreiten sich dann rasant, weil viele Menschen verunsichert sind, die Hintergründe nicht gut kennen und die Nachricht für echt halten und weiterleiten.

Kennen Sie andere Menschen, die ebenfalls vor diesen WhatsApp-Gerüchten gewarnt werden sollten? Dann leiten Sie unseren kostenfreien Rundbrief am besten an Freunde und Bekannte weiter! Alle Beiträge sind immer drei Wochen lang für jeden lesbar, auch für Nicht-Mitglieder. Erst danach landen die Artikel in unserem Archiv, welches nur für Mitglieder verfügbar ist.Diesen Rundbrief per E-Mail weiterleiten

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Der Wortlaut des Kettenbriefs

„Zur Info:

KettenbriefAb heute ist KI auf WhatsApp verfügbar und hat Zugriff auf alle Chats.

Nur Administratoren von Gruppenchats können die Option „Erweiterter Datenschutz“ aktivieren. Andernfalls können KIs Gruppennachrichten öffnen, Telefonnummern sehen und sogar persönliche Informationen von deinem Telefon abrufen – sogar in privaten Chats.

So verhinderst du dies:

1. Öffne den Chat.

2. Tippe oben auf den Namen.

3. Scrolle nach unten und aktiviere die Option „Erweiterter Chat-Datenschutz“.

Tu das so schnell wie möglich und teile es mit anderen Gruppen, denen du angehörst – besonders, wenn du Administrator bist.“

Sie können das Bild rechts zum Vergrößern anklicken.

Warum dieser Kettenbrief falsch ist

1) WhatsApp-Nachrichten sind verschlüsselt

Alle Chats – egal ob in Gruppen oder privat – sind mit einer Ende-zu-Ende-Verschlüsselung geschützt. Das bedeutet: Nur Sender und Empfänger können die Nachrichten lesen. Selbst WhatsApp bzw. Meta (das Unternehmen dahinter) hat keinen Zugriff auf die Inhalte.

2) KI liest keine privaten WhatsApp-Nachrichten

Weder WhatsApp noch die Meta KI hat automatisch Zugriff auf Ihre privaten Nachrichten. Die einzige Möglichkeit, wie die KI Nachrichten lesen kann, ist der eigene Chat mit der KI in WhatsApp oder das bewusste Erwähnen der KI in Gruppennachrichten, um ihr Fragen zu stellen. Auch dann kann die KI nur die Inhalte verarbeiten, die ihr ausdrücklich zur Verfügung gestellt werden. Die Behauptung des Kettenbriefs, die KI könne ohne Ihr Zutun alle privaten Chats mitlesen, ist falsch.

3) Erweiterter Datenschutz hat andere Auswirkungen

Der „erweiterte Chat-Datenschutz“ ist eine neue Option pro Chat (Einzel- oder Gruppenchat). Wenn sie aktiv ist, schränkt WhatsApp das Teilen von Chat-Inhalten nach außen ein. Konkret gilt dann für die Personen in diesem Chat:

– Kein automatisches Speichern von Medien in der Geräte-Galerie möglich.

– Keine KI-Funktionen wie @Meta AI erwähnen möglich.

– Kein Chat-Export möglich.

Es bedeutet also unter anderem, dass man in einer solchen Unterhaltung die KI-Funktionen nicht verwenden kann. Die Schlussfolgerung, die KI könne alle Unterhaltungen lesen, wenn man den erweiterten Datenschutz nicht aktiviert, ist aber falsch.

4. Die KI kann keine Telefonnummern oder Handy-Daten auslesen

Im Kettenbrief wird außerdem behauptet, die KI könne Telefonnummern sehen oder sogar persönliche Informationen direkt vom Smartphone abrufen. Für diese Behauptungen gibt es keinerlei Hinweise oder Belege. Die Meta KI erhält keinen allgemeinen Zugriff auf das Smartphone, die gespeicherten Kontakte oder andere persönliche Daten. Auch dieser Teil des Kettenbriefs ist frei erfunden.

Das macht der erweiterte Datenschutz

Den erweiterten Datenschutz gibt es, wie oben erwähnt, wirklich. Damit können Sie einschränken, wie andere Benutzerinnen und Benutzer Ihre Nachrichten und Medien außerhalb von WhatsApp teilen und speichern können. Wenn für einen Chat die Einstellung „Erweiterter Chat-Datenschutz“ aktiviert ist, gilt für die Personen in diesem Chat: Sie können Medien nicht automatisch in der Galerie ihres Geräts speichern. Die Personen können außerdem KI-Funktionen wie die Erwähnung von @Meta AI nicht verwenden und sie können den Chat nicht exportieren.

Der erweiterte Chat-Datenschutz kann daher für besonders private Gespräche oder sensible Gruppen durchaus sinnvoll sein. Er schützt jedoch nicht vor einer angeblich mitlesenden KI, sondern schränkt hauptsächlich bestimmte Zusatzfunktionen innerhalb des Chats ein.

Dass die Bilder nicht mehr automatisch gespeichert werden, ist für viele Menschen, die die Funktion bereits irrtümlich aktiviert haben, übrigens ein großer Nachteil. Überlegen Sie daher gut, ob Sie diese Funktion des erweiterten Datenschutzes wirklich brauchen.

Bedenken Sie: Alle Ihre persönlichen Nachrichten sind durch Ende-zu-Ende-Verschlüsselung nach wie vor geschützt, auch wenn der erweiterte Datenschutz nicht aktiviert ist. Niemand außerhalb des Chats kann Ihre Nachrichten lesen, anhören oder teilen, nicht einmal WhatsApp oder Meta. Dies hat also nichts mit dem erweiterten Datenschutz zu tun.

Fazit

Der Kettenbrief vermischt eine echte neue Option (den erweiterten Chat-Datenschutz) mit falschen Schlussfolgerungen über KI-Zugriff auf Inhalte. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung schützt private Chats unabhängig davon, ob die Option aktiviert wird. Der erweiterte Schutz ergänzt die Privatsphäre, indem er das Weitergeben und Exportieren erschwert und die freiwilligen KI-Funktionen im Chat abschaltet. Er ändert jedoch nichts an der Verschlüsselung und verhindert auch keinen angeblichen KI-Zugriff auf private Nachrichten, denn einen solchen automatischen Zugriff gibt es gar nicht.

Der Kettenbrief enthält somit einen kleinen wahren Kern, weil die Funktion „Erweiterter Chat-Datenschutz“ tatsächlich existiert. Die daraus abgeleiteten Warnungen über eine KI, die alle WhatsApp-Nachrichten lesen, Telefonnummern einsehen oder Daten vom Handy abrufen könne, sind jedoch falsch oder stark übertrieben.

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