Viele Menschen melden sich derzeit bei uns, weil sie von einer neuen Betrugsmasche gehört haben, die aktuell stark im Umlauf ist. Sogar im Fernsehen wurde über diesen Betrug berichtet (ARD Tagesschau: Hier klicken).
Aktuell betrifft es vor allem die Plattform Kleinanzeigen, aber auch andere Plattformen sind immer wieder betroffen. Deshalb möchten wir Ihnen heute kurz und verständlich erklären, worauf Sie grundsätzlich achten sollten, ganz unabhängig davon, wo Sie im Internet kaufen oder verkaufen.
Mit „Plattform“ ist dabei eine Internet-Seite oder App gemeint, über die Käufe, Verkäufe und Buchungen abgewickelt werden. Beispiele sind etwa Kleinanzeigen-Seiten, Online-Marktplätze oder Buchungsportale für Ferienwohnungen. Im Klartext also Anbieter wie Ebay, Amazon, Airbnb oder Booking. Dort passieren die meisten Betrügereien diese Art. Diese Plattformen stellen in der Regel eigene Nachrichtenfunktionen (Chats) und oft auch eigene Bezahlsysteme bereit, damit alles sicher ablaufen kann.
(Falls Sie selbst diese Plattformen nicht nutzen und damit weniger gefährdet sind, warnen Sie Ihren Bekanntenkreis und leiten Sie diesen Rundbrief weiter. Er ist für jeden drei Wochen lang kostenfrei lesbar.)
Das erste Ziel der Kriminellen
Sie versuchen, Sie möglichst schnell aus der sicheren Umgebung der Plattform herauszulocken. Denn so lange man mit der ursprünglichen App, in der man den Einkauf oder die Buchung tätigt, bleibt, ist man sicher. Sobald der Kontakt nicht mehr über das interne Nachrichtensystem läuft, sondern per E-Mail, SMS oder WhatsApp, wird es riskant. Denn dann greifen die Schutzmechanismen der Plattform nicht mehr. Der neue Trick ist, dass man oft gar nicht merkt, dass man die Plattform verlassen hat, also zum Beispiel den eingebauten Chat der Kleinanzeigen-App. Hier ist Vorsicht geboten und es ist Erfahrung nötig, zu erkennen, wann man die jeweilige Plattform verlässt.
Typischer Ablauf
Kurz nach dem Einstellen Ihrer Anzeige bei Kleinanzeigen, dem Kauf eines Artikels oder dem Buchen einer Unterkunft meldet sich jemand sehr freundlich und seriös wirkend. Dann wird vorgeschlagen, „der Einfachheit halber“ außerhalb der Plattform weiterzuschreiben, oder man würde eine angebliche Zahlungsbestätigung separat durchführen. Häufig erhalten Sie dann einen Link oder eine Nachricht, die wie eine offizielle Bestätigung aussieht. In Wirklichkeit ist das frei erfunden. Genau das ist oft der wichtige Warnhinweis: Immer wenn etwas anders abläuft als Sie es von der Plattform kennen, sollten Sie stutzig werden und den Vorgang sofort stoppen.
Wichtigster Tipp
Bleiben Sie innerhalb der Plattform und nutzen Sie die dortigen Nachrichtendienste und Zahlungsmethoden. PayPal besitzt einen Käuferschutz (Funktion „Waren und Dienstleistungen“), der Zahlungen zusätzlich absichert. Deutlich problematischer sind dagegen Zahlungen per Vorkasse und Kreditkarte, wenn diese außerhalb der Plattform abgewickelt werden, weil es schwieriger ist, im Notfall das Geld zurückzuholen.
Weitere Warnzeichen sind zum Beispiel:
a) Aufforderungen, einen externen Link anzuklicken
b) die Bitte um persönliche Daten oder Kontoinformationen
c) ungewöhnlich günstige Preise
d) Druck, schnell zu handeln
Fazit
Wenn etwas ungewöhnlich wirkt oder Sie ein ungutes Gefühl haben, brechen Sie den Kontakt lieber ab. Aufmerksamkeit ist der beste Schutz vor Betrug im Internet. Die Betrüger geben sich häufig große Mühe und entwickeln Internetseiten oder erstellen E-Mails, die täuschend echt aussehen. Sie kopieren also das Aussehen der verschiedenen Anbieter wie Kleinzeigen, Ebay oder Airbnb. Daher merkt man oft gar nicht, dass man sich nicht mehr auf der echten Seite oder im echten Chat einer App befindet. Stutzig werden sollten Sie daher immer dann, wenn der Kommunikationskanal gewechselt wird. Wenn Nachrichten also zum Beispiel nicht mehr im Chat der jeweiligen App kommen, sondern plötzlich nur noch per E-Mail.
Bonus-Hinweis:
Immer wenn Ihnen etwas merkwürdig vorkommt oder wenn Sie den Verdacht haben, dass gerade ein Betrug stattfindet, fertigen Sie am besten sofort ein Bildschirmfoto an. Machen Sie sich das zur festen Gewohnheit, sodass in jeder verdächtigen oder unangenehmen Situation automatisch ein Screenshot erstellt wird. Das bringt mehrere entscheidende Vorteile mit sich. Erstens hätten Sie im Falle eines tatsächlichen Betrugs einen klaren visuellen Nachweis. Dieser wiegt, wenn etwas belegt werden muss, deutlich schwerer als eine mündliche Schilderung aus der Erinnerung. Zweitens, falls Sie sich unsicher sind, ob es sich wirklich um einen Betrugsversuch handelt, können Sie mithilfe eines Bildschirmfotos einem Experten alle relevanten Informationen liefern, sodass dieser die Situation viel besser einschätzen kann. Auf diese Weise können uns exklusiv Levato-Mitglieder kontaktieren, wenn Sie von einem echten Betrugsfall betroffen sind und nicht mehr weiter wissen. Wenn Sie noch nicht wissen, wie man ein Bildschirmfoto erstellt, finden Sie hier unsere passenden Filme dazu:
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In einer Zusammenarbeit zwischen diesem Magazin und Levato verfassen Andreas Dautermann und Kristoffer Braun regelmäßig Beiträge für diesen Blog. Ihre Themen: Computer, Internet und Smartphone. Auf www.levato.de helfen sie älteren Menschen beim Umgang mit neuen Medien und Technologien. Dafür wurden sie bereits mehrfach ausgezeichnet. Weitere Hilfestellungen zu Computer, Internet und Smartphone gibt es auf www.levato.de.
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