Hello All, bei welcher Suche nutzen Deutsche jenseits der  Fünfzig das Internet prozentual öfters als unter 30- Jährige? Bei der Ehepartnersuche*.  Ich war verblüfft. Bei weiterer Recherche fand ich für Großbritannien und USA tendenziell ähnliche Ergebnisse**. Bei näherem Hinsehen ganz plausibel. Wer als Single durch die zweite Lebenshälfte wandert, dem fehlen manche der ergiebigen Jagdgründe für die Partnerpirsch der jüngeren Jahre: Schule, Hochschule, Freundeskreis, Arbeits- oder Sportplatz. Im sozialen Umfeld der reiferen Jahrgänge wie Nachbarn, Vereine und auf Reisen beschreibt der Spruch „Wer zu spät kommt, den bestraft das Leben“, schonungslos die Lage. Bis ins siebte Lebensjahrzehnt schrumpft der Anteil der ungebundenen Freunde, Kollegen und Bekannten. Mit zunehmendem Alter schwindet zudem die eigene Restlaufzeit. Ein guter Grund, fokussiert dort zu suchen, wo andere sich als verfügbar darstellen. Im Internet und dessen Plattformen, Foren und Apps. Die online angestifteten Ehepaare weichen in den USA in einigen Aspekten von analog begonnenen Langzeitbeziehungen ab. Der Altersunterschied zwischen den Partnern ist geringer. Es finden mehr ethnisch diverse Partner zusammen. Auch in Bildung, sozio-ökonomischen Status, regionaler Herkunft und religiöser Ausrichtung unterscheiden sich die Ehegatten öfters. Und sie treten schneller vor das Standesgericht: Vergehen bei analog begonnenen Beziehungen drei bis sieben Jahre bis zum Ja-Wort, geht das bei Online- Beziehungen angeblich wesentlich schneller. Wächst die Entscheidungsbereitschaft mit dem Leidensdruck der vorhergegangenen Suche?

Ihr Global Oldie

*“So heiratet Deutschland 2018“, veröffentlichte Umfrage der Kartenmacherei GmbH

** Veröffentlichungen seitens des Knot-Institute und PEW- Institute 2005, 2017