Ein Smartphone muss es sein, am besten immer das neueste Modell. Deshalb sind viele alte Handys heute überflüssig. Für sie gibt es sinnvolle Recycling-Möglichkeiten. Foto: epd

In Deutschland wechseln Verbraucher inzwischen durchschnittlich alle 30 Monate ihr Mobiltelefon. Dabei kommt eine Menge Elektroschrott zusammen, der professionell entsorgt werden muss. Aber wie? Welche Möglichkeiten es gibt, schildern Experten vom Vergleichsportal Verivox.

Auf keinen Fall in den Hausmüll

Für die fachgerechte und möglichst umweltfreundliche Entsorgung von elektronischen Kleingeräten stehen mittlerweile nicht nur kommunale Sammelstellen wie Wertstoffhöfe zur Verfügung. Auch in den Shops der großen Mobilfunkanbieter kann die alte Hardware abgegeben werden. Entweder wird das Handy gegen einen Wertgutschein eingetauscht oder der verbliebene Gegenwert für einen guten Zweck gespendet.

Zusätzlich werben Endgerätehersteller häufig mit „Alt-gegen-Neu“-Programmen. Dabei wird der Wert des alten Gerätes ermittelt und beim Kauf eines neuen Smartphones verrechnet – das können beispielweise bei Premiumgeräten aktuell bis zu 350 Euro sein. Darüber hinaus bieten gemeinnützige Organisationen wie die Caritas oder der Naturschutzbund direkte Rückgabe-Services. Zur kostenlosen Rücknahme verpflichtet sind Händler, wenn es sich um Geräte mit einer Kantenlänge von maximal 25 Zentimetern handelt.

Eine weitere Möglichkeit ist das Recyceln per Post. So können über das kostenlose Programm Electroreturn (https://www.deutschepost.de/de/e/electroreturn/verbraucher.html)  unbrauchbare Mobiltelefone, Schnurlosapparate und andere alte Telefone, MP3-Player, Digitalkameras und leere Druckerpatronen eingeschickt werden. Dafür den Elektroschrott einfach in einen Maxibrief packen und mit einer Electroreturn-Versandmarke versehen.

„Seit 2006 verbietet das Elektro- und Elektronikgesetz, Handys einfach in den Müll zu werfen“, sagt Christian Schiele, Bereichsleiter Telekommunikation bei Verivox. „Denn in alten Geräten stecken Schwermetalle und andere Schadstoffe, die nicht in die Umwelt geraten sollten. Außerdem sind in Elektrogeräten wertvolle Rohstoffe verarbeitet, die beim Recyceln für die Herstellung neuer Geräte zurückgewonnen werden können.“

Welche Alternativen gibt es zur Entsorgung?

Ist das Handy noch funktionsfähig, bieten sich mehrere Optionen an: Zum einen gibt es zahlreiche Verkaufs-Plattformen wie etwa www.rebuy.de oder www.wirkaufens.de. Hierbei ist allerdings zu beachten, dass sich der Wert der Geräte sowohl durch die Abnutzung als auch durch das Aufkommen neuer Modelle mindert. Wer also plant sein ausgedientes Telefon zu verkaufen, sollte dies nicht lange aufschieben. Außerdem freuen sich auch viele soziale Organisationen über eine Handyspende.

Wichtig: Egal, wie das Handy entsorgt wird, es sollten auf jeden Fall alle privaten Daten wie Adressbuch, Nutzerprofile von sozialen Netzwerken, Nachrichten, Online-Banking-Zugänge sowie Fotos und Videos zuvor rückstandsfrei gelöscht werden.

Zurücksetzen auf Werkszustand

Dafür sollten sie das Smartphone auf den Werkszustand zurücksetzen, sagt Markus Schaffrin vom Verband der Internetwirtschaft (Eco). Das geht je nach Betriebssystem unter verschiedenen Menüpunkten in den Einstellungen.

Nach dem Zurücksetzen sollte man den leeren Speicher nochmals überschreiben, damit die gelöschten Daten garantiert nicht mehr wiederherstellbar sind. Das geht am einfachsten, indem Nutzer ihr Telefon so lange ein Video aufnehmen lassen, bis der interne Speicher voll ist. Das kann bei Geräten mit viel Speicher einige Zeit dauern. Damit zwischendurch nicht der Akku einknickt und deshalb die Aufnahme abbricht, steckt man das Gerät währenddessen lieber an die Steckdose. Nach Ende der Aufnahme wird das Smartphone erneut zurückgesetzt.

Cloud-Speicher kann zur Datenfalle werden

Was gerne übersehen wird: Viele Geräte speichern die Daten zusätzlich in der Cloud ab. Das bloße Löschen der Informationen auf dem Smartphone oder Tablet reicht in diesem Fall nicht aus. Oftmals kann der neue Besitzer die vermeintlich gelöschten Daten aus der Cloud wieder auf das Gerät herunterladen. “Der Cloud-Speicher kann zur Datenfalle werden. Das gesamte Adressbuch, persönliche Bilder, der Terminkalender, wichtige Dokumente, sogar Passworte und PIN-Codes können durch diese Nachlässigkeit in fremde Hände geraten”, warnt Schaffrin.