vignette_nosseck_bockEben habe ich auf Twitter die Gewissensfrage aus dem SZ Magazin entdeckt: Darf man zugunsten eines guten Zwecks auf Geschenke für seine Lieben verzichten? Gute Frage. Ich beantworte sie mit einem klaren Nein. Man sollte einen guten Zweck unterstützen. Das fühlt sich gut an. An den Rekordsummen, die Deutsche an Spenden gerade im Advent für wohltätige Organisationen geben, sehe ich, dass dies klappt.

Für seine Lieben sollte man sich auch Zeit nehmen. Das ist der Fall, wenn man überlegt, was das Kind, den Partner, die Freundin oder nette Nachbarn erfreuen könnte. Es geht nicht um den Wert eines Geschenks, sondern um die Absicht, jemandem eine Freuden zu bereiten. Im wirklichen Leben bekommt nichts geschenkt, das erfährt jeder auf die eine oder andere Weise jedes Jahr aufs Neue. Früher sagte man, das Leben ist kein Ponyhof und machte das Beste daraus.

Doch die Aufmerksamkeit, die man von lieben Mitmenschen erfährt, gleicht manches aus. Egal, wie alt man ist. Gerade um Weihnachten herum. Deswegen vermisse ich das scharfe Messer oder die Rührschüssel, die ich früher vom Bäcker im Dorf als Geschenk bekam und die komischerweise besonders gern genutztes Küchenutensilien sind. Oder der Kochlöffel vom Metzger. Andere Gaben gerade von Einzelhändlern sind fast ausgestorben. Das spezielle Nudelpaket vom Lebensmittelmarkt mit Weihnachtsbotschaft, die Feiertagswurst…

Ich vermisse das. Bald werde ich auch den Feiertagsgruß per Postkarte vermissen. Laut Unicef ist Deutschland das einzige Land, in dem noch die beliebten Klappkarten mit einem Spendenanteil verkauft werden. Vor wenigen Tagen erzählte mir eine Freundin, ihr Chef habe die Weihnachtskarten gestrichen, die sosnt ans berufliche Netzwerk verschickt wurden. Auch das sehr schade.
Per Mail Whats App oder Skype verlieren Weihanchtsgrüße ihren Glanz. Bin ich nun hoffnungslos altmodisch oder geht es anderen auch wie mir?

Ich wünsche allen Bloggerinen und Bloggern und natürlich allen, die meine Posts lesen, frohe Weihnachten!