Senioren, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, sollten sich ehrenamtlich engagieren, regt die BAgso an. Foto: epd

Senioren, die als Gastarbeiter nach Deutschland kamen, sollten sich ehrenamtlich engagieren, regt die BAgso an. Foto: epd

Die Gruppe älterer Menschen mit Zuwanderungsgeschichte wächst in Deutschland stetig. Sie zeichnet sich durch eine große Heterogenität hinsichtlich ihrer Lebenslage, der kulturellen und sozialen Herkunft sowie des Zeitpunkts und des Motivs der Zuwanderung aus. Die beiden größten Gruppen sind Zuwanderinnen und Zuwanderer aus der Türkei, die als so genannte Gastarbeiter nach Deutschland kamen und hier älter geworden sind, und Spätaussiedlerinnen und Spätaussiedler, die z.T.
erst im höheren Alter nach Deutschland kamen. Im Allgemeinen ist sowohl die finanzielle Absicherung als auch die gesundheitliche Situation älterer Migrantinnen und Migranten im Vergleich zur Bevölkerung ohne Migrationshintergrund schlechter. So rückt diese Gruppe zunehmend in den Fokus verschiedener nationaler Integrationsbemühungen, wobei es nicht nur um passgenaue Angebote der Altenhilfe, sondern auch um freiwilliges Engagement und gesellschaftliche Teilhabe geht.

Zum Tag der älteren Generation spricht sich die Bundesarbeitsgemeinschaft der Senioren-Organisationen (BAGSO) für eine interkulturelle Öffnung der Seniorenarbeit aus. Der Dachverband der deutschen Seniorenverbände weist auf das Engagement vieler älterer Migrantinnen und Migranten hin, das bereits heute vor allem in Verwandtschaft und Nachbarschaft – also in informellen Zusammenhängen – geleistet wird.

Um ältere Menschen mit Zuwanderungsgeschichte verstärkt auch für ein Engagement im „öffentlichen Raum“ zu gewinnen, bedarf es, so die BAGSO in einem heute veröffentlichten Positionspapier, den Wechsel von einer „Komm-Kultur“ zu einer „Kultur des aufeinander Zugehens“.

Migrantenselbstorganisationen sollten als entscheidende Schnittstelle anerkannt werden, um ein gemeinsames bürgerschaftliches Engagement von Menschen mit und ohne Migrationshintergrund langfristig zu sichern. Auf erfolgreiche Initiativen und Projekte wie Kochkurse, Erzählcafés, Stadtteilerkundungen, interkulturelle Gärten oder Angebote zur Gesundheitsförderung wird verwiesen. Die Politik wird aufgefordert, die Entwicklung einer interkulturellen Seniorenarbeit durch Bereitstellung von Räumlichkeiten, Qualifizierungsangebote und sonstige gezielte Förderung zu unterstützen.