Ältere Arbeitnehmer/innen bringen mehr Erfahrung mit als Azubis. Foto: epd

Ältere Arbeitnehmer/innen bringen mehr Erfahrung mit als Azubis. Foto: epd

Der Spiegel-Autor Peter Ilg steigt mit positiven Beispielen ein. Zum Beispiel mit einer Stellenanzeige der Ing-Diba-Bank. In der stand: “Wir bilden auch jenseits der 50 aus”. Eine 60-Jährige bewarb sich und wurde zur Bankassistentin ausgebildet. Dazu schreiben muss man allerdings, dass die neue/ältere Azuba schon einmal im Bankgewerbe tätig war, bevor sie entlassen wurde. Ob die Bank keine Jugendlichen für den Job gefunden hat oder ob sie wirklich an den Fähigkeiten der älteren Arbeitnehmerin glaubt, bleibt offen. Das Problem Lehrstellen nicht mit den geeigneten Jugendlichen besetzen zu können, hat eine Rolle gespielt. Das bestätigt auch der befragte Reinhold Weiß, Forschungsdirektor am Bundesinstitut für Berufsbildung.
Interessant sind in diesem Zusammenhang die Zahlen, die von diesem Wissenschaftler im Artikel präsentiert werden. So habe sich die Zahl der Azubis zwischen 24 und 40 nahezu verdreifacht. Allerdings auf niedrigem Niveau: Fast 1000 Ü40-Azubis standen 2011 566.000 Ausbildungsverträge gegenüber.
Die Bank selber meint, dass älter Banker seriöser wirken und letztlich auch durch ihre Lebenserfahrung bei Kunden gut ankommen. Etwa 25 Azubis 50+ hätten die Ausbildung bereits abgeschlossen, weitere 25 seien gerade dabei. Eine weitere Firma, die Azubis 50+ ausbilden, ist die  Bäckereikette K+U, eine Edeka-Tochter.  Allerdings muss die “Lehre” von den Arbeitsagenturen bezuschusst werden, die Älteren es sich nicht leisten könnten für das Azubi-Gehalt zu lernen und zu arbeiten.
Einen anderen Weg geht ein Chemiekonzern, der ältere Akademiker ins Berufsleben zurückholt. Zum Beispiel nach einer Kindererziehungspause wieder als Trainee zu arbeiten.