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Altenpflege ist gefragter denn je

Altenpflege liegt im Trend, wenn es nach dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) geht. In einer aktuellen Studie stellten sie nämlich fest, dass die Altenpflegeausbildung bei der Wahl von Gesundheitsfachberufen ganz oben steht. Aber auch Berufe als Kinderkrankenpfleger, Rettungsassistent oder Podologe sind beliebt. Weniger begehrt: Ergotherapie oder Diätassistenz.

Pflege
Pflegeberufe wie die Alten- und Krankenpflege sind im Trend. Foto: epd

Altenpflege liegt im Trend, wenn es nach dem Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) geht. In einer aktuellen Studie stellten sie nämlich fest, dass die Altenpflegeausbildung bei der Wahl von Gesundheitsfachberufen ganz oben steht. Aber auch Berufe als Kinderkrankenpfleger, Rettungsassistent oder Podologe sind beliebt. Weniger begehrt: Ergotherapie oder Diätassistenz.
Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) hat in einer aktuellen Studie Daten und Fakten zu den Ausbildungsgängen der 17 bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberufe in einer Gesamtbetrachtung zusammengestellt und ausgewertet. Die Ergebnisse zeigen insgesamt steigende  Schülerzahlen sowie eine große quantitative Bedeutung der Pflegeberufe. „Die steigenden Ausbildungszahlen in der Gesundheits-, Kranken- und insbesondere in der Altenpflege sind ein ermutigendes Zeichen“, betont BIBB-Präsident Friedrich Hubert Esser. Denn gerade hier sei aufgrund der demografischen Entwicklung von einem stark steigenden Bedarf auszugehen. Dies bestätigten auch aktuelle Arbeitsmarktprojektionen des BIBB. „Wenn der momentane Trend sich verstetigt, besteht die Chance, dass wir den gerade in dieser Branche erwarteten Fachkräftemangel abmildern können“, so Esser weiter.
Im Einzelnen zeigt die Auswertung des BIBB auf der Grundlage der Daten des Statistischen Bundesamtes, dass mit rund 187.000 Schülern im Jahr 2011/2012 im Vergleich zum Schuljahr 2007/2008 ein Anstieg um 5,9 Prozent in nicht-akademischen Erstausbildungen der Gesundheitsfachberufe zu verzeichnen ist. Steigende Zahlen verzeichnen zum Beispiel die Ausbildungsgänge Gesundheits- und Kinderkrankenpflege (+4,7 Prozent), Gesundheits- und Krankenpflege (+7,6 Prozent), die Ausbildung zum Rettungsassistenten (+21,6 Prozent) sowie zum Podologen (+29,7 Prozent).
Der größte Anstieg mit +36,2 Prozent ist jedoch in der Altenpflegeausbildung zu verzeichnen. Hier sind sogar noch weitere Steigerungen vor dem Hintergrund der Ende 2012 vereinbarten „Ausbildungs- und Qualifizierungsoffensive Altenpflege“ zu erwarten – dem ersten bundesweiten Ausbildungspakt für den Bereich der Altenpflege. Ersten Ergebnissen für das Schuljahr 2012/2013 zufolge sind rund 21.500 neue Schüler im ersten Ausbildungsschuljahr zu verzeichnen. Dies entspricht einer Zunahme von 5,3 Prozent gegenüber dem Vorjahr.
Rückläufige Zahlen verzeichnen dagegen die Ausbildungen zum Physiotherapeuten (-10,1 Prozent), zum Ergotherapeuten (-23,7 Prozent), zum Masseur und medizinischen Bademeister (-28,1 Prozent) sowie zum Diätassistenten (-42,2 Prozent).
Mit einem Anteil von fast 66 Prozent aller Schüler kommt den drei Pflegeberufen „Altenpflege“, „Gesundheits- und Krankenpflege“ sowie „Gesundheits- und Kinderkrankenpflege“ im Schuljahr 2011/2012 quantitativ die größte Bedeutung im Bereich der Gesundheitsfachberufe zu.
Das BIBB hat bislang alle Informationen zu den anerkannten Ausbildungsberufen im dualen System gemäß Berufsbildungsgesetz (BBiG) beziehungsweise Handwerksordnung (HwO) zur Verfügung gestellt. Zu den dualen Ausbildungsberufen im Gesundheitswesen zählen zum Beispiel Medizinische und Zahnmedizinische Fachangestellte, Kaufleute im Gesundheitswesen, Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte, Augenoptiker, Hörgeräteakustiker, Orthopädietechnik-Mechaniker, Orthopädieschuhmacher sowie Zahntechniker.
Die neue BIBB-Veröffentlichung beinhaltet nun darüber hinaus auch Daten und Fakten zu den nicht-akademischen Ausbildungen der bundesrechtlich geregelten Gesundheitsfachberufe außerhalb von BBiG und HwO. Dazu zählen unter anderem die Ausbildungen in Gesundheits- und Krankenpflege, Altenpflege, Physiotherapie, Logopädie, Ergotherapie und Podologie. Rechtsgrundlage hierfür sind die jeweiligen Berufsgesetze sowie die entsprechenden Ausbildungs- und Prüfungsverordnungen der nicht-ärztlichen Heilberufe. Die Zuständigkeit für die insgesamt 17 Ausbildungsberufe liegt beim Bundesministerium für Gesundheit (BMG) beziehungsweise für die Altenpflegeausbildung beim Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (BMFSFJ). Hinzu kommt noch eine Vielzahl weiterer, nach jeweiligem Landesrecht geregelter Berufe, die jedoch nicht in der Publikation enthalten sind.
Zusätzlich zu den Daten und Fakten der einzelnen Berufe enthält die Veröffentlichung auch die rechtlichen Grundlagen, Angaben zu Ausbildungsziel, Ausbildungsdauer sowie die Voraussetzungen für den Zugang zur jeweiligen Ausbildung. Ergänzend werden Forschungsprojekte und Publikationen des BIBB sowie Hinweise zu Portalen mit weiterführenden Informationen übersichtlich dargestellt. Abgerundet wird das Angebot durch eine aktuelle BIBB-Auswahlbibliografie zu den Gesundheitsfachberufen.
Das Wissenschaftliche Diskussionspapier (WDP 153) „Gesundheitsfachberufe im Überblick. Neues Serviceangebot des BIBB“ fasst die Ergebnisse statistischer Analysen der bundesrechtlich geregelten, nicht-akademischen Ausbildungen in Gesundheitsfachberufen zusammen und steht unter http://www.bibb.de/veroeffentlichungen/ kostenlos als Download zur Verfügung. Im Zuge des künftigen neuen Internetauftritts des BIBB werden die Informationen zu den in der Studie dargestellten Gesundheitsfachberufen voraussichtlich ab September 2014 auch in der BIBB-Datenbank „Berufe“ enthalten sein.

2 Antworten

  1. Angesichts der steigenen Alterung der Gesellschaft wegen verbesserter medizinischer Versorgung kann das Ergebnis nicht überraschen, zumindest was die Anzahl der Stellen angeht. Für die Zukunft hilfreich wäre es allerdings, wenn Altenpfleger bzw. generell alle Pfleger und Pflegeassistenten besser bezahlt würden. Gut ausgebildetes Personal kostet nun mal, und unsere Eltern und Großeltern sollten uns das Wert sein.

  2. Die Tendenz das sich die Berufe in der Altenpflege beleibter werden ist sehr zu begrüssen, schliesslich trägt auch der demografische Wandel dazu bei, dass die Menschen immer älter werden und die Gesellschaft daher auf mehr Personal in der Privatpflege angewiesen ist.

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