vignette_nosseck_bockDurch Zufall bin ich auf eine gute Reportage in 3 SAT gestoßen, die noch in der Mediathek zu finden ist. Es handelt sich laut Beschreibung im Programm um Folgendes:
“Musik spielt nicht nur im Leben eine große Rolle – auch noch im Tod und über den Tod hinaus. Kein Komponist der letzten Jahrhunderte, der dafür nicht eigens eine Musik geschrieben hätte: vom zarten Streichquartett bis zum mächtigen Requiem. Wut, Verzweiflung, Liebe, Hoffnung – und auch der Wunsch nach Versöhnung mit dem Schicksal: all das sollen die letzten Lieder leisten.”
Man sollte sich die 60 Minuten Zeit nehmen, die der Film “Zum Sterben schön” dauert, weil er sehr unaufgeregt aufzeigt, wie sich die Zeiten ändern. Hier geht es zur Mediathek.
Es kommt auch beim Sterben zu einer Spaltung der Gesellschaft. Zum einen diejenigen, die per Anruf von Verwandten vom Krankenhaus, in dem sie gestorben sind, via Krematorium zum Friedwald umgeleitet werden. Und die anderen, die unter Anteilnahme von Freunden und verwandten mit einer kleinen oder manchmal sogar größeren Feier verabschiedet werden. Ein Fußballfan bekommt zum letzten Mal die Hymne seines Lieblingsvereins als letztes Geleit gespielt. Ein anderer wird mit einem Steichertrio würdig hinausbegleitet aus der Sterbehalle am Friedhof.
Die Bestatter wissen längst, dass es kaum eine Musik gibt, die bei Beerdigungen und Aussegnungen als verpönt gilt. Ich finde es bemerkenswert und auch ermutigend. Man sollte sich wirklich zum Abschied für seine nahen Angehörigen eine Musik aussuchen, der zu ihnen passt. Das muss keinesfalls immer ein Kirchenlied sein.
Einen sehr schönen Moment erlebte ich einmal, als bei der Beerdigung eines Angehörigen der Generation der Heimatvertriebene zum Abschied sein Lieblingslied aus der alten Heimat vorgespielt wurde und die Platte schon ganz verkratzt war.
Was mir am November gefällt, ist die Beschäftigung mit dem Thema Tod und Sterben. Sonst fast ein Tabu, dringt er in diesem Totengedenk-Monat in den Alltag, weil ihn viele Medien thematisieren. 3Sat ist es gelungen, einen neuen Blickwinkel zu schaffen. Schade, dass man ihn nur so kurze Zeit in der Mediathek sehen kann. Aber vielleicht wird er bald wiederholt.