Hello all,Professor Dr. Sylvester Abanteriba ist ein außergewöhnlicher Mann mit weit reichenden Fähigkeiten. Unsere Lebenslinien haben sich bisher nur einmal gekreuzt. Mit der Lektion,für mich, dass das mit dem Streben nach „simply your life“ (mach’s dir leichter) nicht immer so leicht ist. Wenn jemandem der Titel „Global Oldie“ besser zu Gesicht stünde, dann sicher ihm: Gebürtiger Ghanese, hatte er in den USA sowie Deutschland Luft- und Raumfahrt studiert und in Hannover promoviert. Er forscht und lehrt seit 2000 in Australien an der RMIT- Universität Melbourne, schwerpunktmäßig zum Thema emmisionsreduzierte Raketenmotoren. – Was bis dahin noch nichts mit mir zu tun hat. – Neben Fachpublikationen verfasst er politisch geprägte Belletristik, wie den Science Fiktion Roman „Poetic Retribution from Mars“ ( ungefähr: „Rache mit Poesie vom Mars“), Melbourne, 2005 – eine nicht nur humorvolle Darstellung, wie sich Marsbewohner über die Rassendiskriminierung der Erdlinge erbosen und drastisch auf solchen unkosmischen Wahnsinn reagieren. – Was meine Sympathie für Abanteriba und seine Marsianer grundsätzlich fördert.- Von Zeit zu Zeit hält Professor Abanteriba in Deutschland Gastvorlesungen. Und so kam es, dass er jenes Buch mit persönlicher Autorenwidmung meiner zweiten Hälften des Himmels zum Dank für die Koordination der Zusammenarbeit mit einer deutschen Hochschule schenkte. Eine große Ehre. Dieses Astronautenbuch landete, bei 570 Seiten zunächst behutsam angelesen, im Familienbücherschrank, Abteilung „Science Fiction“. Wo es sich in Gesellschaft anderer SciFi Bücher unter einer Staubdecke und des Vergessens allmählich gemütlich machte.
– Dann kreuzten sich die Schaffenslinien -. Seine, von neuer menschlicher Ordnung im Sonnensystem beseelt; meine, nun endlich als Ruheständler mit Zeit und Energie beschenkt, mehr Ordnung zumindest ins eigene Haus zu bringen. Drei Umzugskartons standen im Januar bereit, um mit Schulbüchern, Kinderbüchern und seichter Literatur befüllt zur Spende gebracht zu werden. Nein, der rote Paperback von Abanteriba hat nicht mir vernehmbar „Halt!“ geschrieen, als er mit einem Schwung anderer SciFi – Bücher im Karton Richtung Bayerisches Rotes Kreuz landete. Ich fühlte mich nach drei Entschlackungsfuhren mit Altkleidung, Büchern und Haushaltsgeräten richtig gut, den Anblick aufgeräumter Kellerräume und neu geordneter Bücherregale genießend.
„Professor Abanteriba kommt wieder. Hast Du sein Buch fertig gelesen?“. Also…
Nichts wie auf’s Radl. In der Büchersammelstelle des Bayrischen Roten Kreuzes stapeln sich hunderte Kartons meterhoch in einer Lagerhalle; nach einer Stunde vergeblichen Suchens nach einem mir vertrauten Karton gab ich auf. „Die Bücher werden sortiert nach Zustand und Sprache. Die Schlechten kommen weg; die Guten zum Verkauf. Sie können ja ab und zu im Fremdsprachenregal mal nachsehen.“ Gesagt, getan; Woche für Woche; umsonst. Die Hoffnung dahin, mit ihr auch die kurze Freude über die neue Ordnung. Kein Mut mehr, weiter auszusortieren, da wären noch Schlittschuhe, Snowboards, Puppen…
Gestern, haben vermutlich die Marsmenschen ein versöhnliches Signal an die Erdlinge geschickt; das rote Paperback stand im Regal „englischsprachige Literatur“. Mit Widmung im Cover und einem grellen Aufkleber € 1,10. Jetzt ist zumindest zu Hause die Welt wieder in Ordnung, na ja fast. Ich muss noch zu Ende lesen. Dem Frieden auf Erden zuliebe. Die „Poetic retribution from Mars“ hat es in sich.
Ihr Global Oldie