Eine kleine Notiz in der Nürnberger Zeitung vom letzten Samstag (14.1.2012) zu einem Projekt “Wunschgroßeltern” hat mich neugierig gemacht, was sich wohl dahinter verbergen könnte. In der Meldung wurde ein Termin angekündigt, an dem sich Eltern, Alleinerziehende und mögliche Ersatzomas und/oder -opas treffen und sich kennenlernen können.
Tatsächlich gibt es diese Projekte schon mehr als zwanzig Jahre, zuerst in Berlin und dann in verschiedenen Großstädten. Ziel ist es, “Senioren”, die Kinder mögen und gerne Kontakt mit Familien haben möchten, mit Familien, die keine Großeltern (mehr) haben oder die nicht in der Nähe wohnen, zusammenzuführen.Bei diesn Treffen suchen sich interessierte Omas und/oder Opas ihre Enkelkinder aus – genauso wie umgekehrt die Enkelkinder ihre Wunschgroßeltern. Man könnte diese Zusammenteffen auch “Großelternbörse” nennen. Wenn es klappt und alle sich gut verstehen, dann gehen die Beteiligten sowas wie eine Patenschaft ein, die eben nicht unverbindlich, sondern von (relativer) Dauer sein soll.
Natürlich werden die Großeltern, die von den Projektträgern “angeworben” werden, geschult und auf ihre Großelternschaft in der neuen (ja fremden) Familie vorbereitet und begleitet, es gibt Treffen zum Erfahrungsaustausch und gemeinsame Unternehmungen. In der Regel besuchen die Ersatzomas und -opas ihre Enkelkinder zweimal in der Woche, machen mit den Enkelkindern Schularbeiten, spielen mit ihnen, lesen vor oder machen auch kleine Ausflüge. Das tut den Enkelkindern gut und den Wunschgroßeltern auch – zumeist Omas, die mit den neuen Familienkontakten eine neue Lebensqualität finden. Da spielt es wohl keine Rolle, ob Großeltern und Enkelkinder “richtig” verwandt sind?