Der Zukunftsforscher Prof.Peter Wippermann plädierte für weniger Technik in altengerechten Häusern. Foto: Nossek-Bock

Beim Zukunftskongress “Langes Leben”, der dieser Tage in Berlin stattfand, stand das Thema Wohnen im Alter im Mittelpunkt. Dabei gab es zahlreiche spannende Vorträge von kompetenten Referenten. Einer von ihnen war der Zukunftsforscher Prof. Peter Wippermann. Der Gründer des Hamburger Trendbüros erteilte allen eine Absage, die vorwiegend auf eine technische Lösung setzen, wenn es darum geht, dass die Menschen möglichst lange selbstständig in einer eigenen Wohnung leben. Wippermann plädierte dafür, dass sich Architketen möglichst auf die Schaffung von Räumen mit schönen Formen konzentrieren sollten und einer guten Infrastruktur in den Stadtteilen. Denn kurze Wege zum Arzt, zur Apotheke oder zum Einkaufen seien wichtiger, als “den Toaster mit dem Garagentor zu verknüpfen”.
Das “vernetzte Haus” sei ein “typischer germansiche Ansatz”, kritisierte der Zukunfstforscher den weit verbreiteten Trend zum hochindividualisierten Einsatz von Technik. Denn im Zweifelsfall gehe der ältere Mensch lieber in einen Coffeeshop als dass er die Kaffeemaschine per Fernsteuerung bedient. Die Technik ändere sich viel zu schnell, als dass man sie fest einbauen sollte, argumentierte er. Zudem neige der Mensch dazu, sich die Hiulfsmittel selbst anzuschaffen, die er benötige. Man solle sich also mehr um Prozesse Gedanken machen und weniger um die einzelnen Schritte und Geräte, forderte Wippermann.
Über die Bedürfnisse in den unterschiedlichen Altersgruppen meinte Wippermann: Mit 50 plus tendiere der Mensch zu zwei Räumen pro Person, wenn er es sich leisten kann. Ab 60 plus würden Aufzug und Balkon wichtiger und mit 70 plus sei ein Ansprechpartner in erreichbarer Nähe besser als eine Rundumversorugn, also beispielsweise der Pförtner als ein Seniorenheim.
Wie zahlreiche anderen Refrenten bei dem zweitägigen Kongress (über den das Magazin 66 in den nächsten Tagen noch weitere Beitrge auf der Internetseite veröffnetlichen wird) ging Wippermann auf den demografsichen Wandel anhand von Bevölkerungszahlen ein. Demnach sei die Zahl der Jugendlichen unter 18 Jahren in Deutschland innerhalb von zehn Jahren um 2,1 Millionen geschrumpft. Dennoch interssierten sich von den Bauherren nur etwa vier Prozent für das Thema altengerechtes Wohnen. Das seien in etwa so viele wie sich über Photovoltaik informieren.
Mit Sorge beobachten Trebdnforscher die Vertreibung der älteren Menschen aus ihren angestammten Wohnquartieren, da sich häufig Innestadt nahe Viertel zu In-Viertel entwickeln und sich die Älteren aufgrund ihrer meist bescheidenen Rente die Mieten nicht mehr leisten können. Hier müsse gegengesteuert werden, forderte Wippermann.
Hinsichtlich der Kosten, die eine Betruung und gesundheitliche Versorgung von Senioren mit sich bringen, verwies der Professor auf die zunehmende Bedeutung von Sensoren, die auf der Haut oder implementiert Schlüsseldaten an verschiendene Stellen senden. Da ist die Blutzuckermessung per Handy ebenso denkbar wie die ärztliche Sprechstunde via Computer und Bildschirm. In USA sind solche Praktiken durchaus schon über das Erprobungsstadium hinaus, erkläte der Experte und brachte als Beispiel die Sensoren, die LKW-Fahrer beobachten, ob sie auch aufmerksam auf die Straße blicken beim Fahren.
Allerdings enthielt sich Wippermann im Gegensatz zu seine Thesen zum Technik basierten Wohnen im Ater bei solchen Entwikclung der Wertung. Ob das dem Menschn wirklich gerecht wird, ließ der 62-Järige offen. Zweifel daran, ob nicht mehr menschlicher Kontakt gerade bei Senioren eher ihren Bedürfnissen gerecht werden würden, weckte er auf jeden Fall.