Im 3. Bamberger Symposium setzten sich Spezialisten aus dem gesamten deutschsprachigen Raum mit dem ihrer Meinung nach größten gesellschaftlichen Problem der Zukunft auseinander: der Demenz. Einige Thesen waren durchaus überraschend.
Wie gehen wir mit Demenz um, woher kommt sie und wie kann man Betroffenen und Angehörigen helfen, mit den Auswirkungen fertig zu werden? Diese Fragen standen im Mittelpunkt der Veranstaltung Anfang November in den Räumen des Würzburger Lehrgangswerkes in Bamberg.
Den Auftakt bildete der Vortrag des Leiters der Psychiatrie am Universitätsklinikum Ulm, Prof. Dr. Spitzer, dessen Schlagwort „Digitale Demenz“ bereits bundesweit für Furore gesorgt hat. Seine Grundthese: Ein gut (aus)gebildetes Gehirn kann selbst bei Erkrankung noch lange die Symptome einer Demenz kompensieren, während ein wenig trainiertes Oberstübchen schnell abbaut und „verdummt“: „Wer zum Beispiel ein Satellitennavigationsgerät im Auto hat, lagert das Navigieren aus seinem Gehirn aus. Entsprechend haben schon sehr viele Menschen verlernt, sich mit Karte und ihrem gehirneigenen Navigationsmodul zu orientieren.“
Alkohol kann Demenz vorbeugen
Für Prof. Dr. Hajak vom Klinikum Bamberg stand dagegen der aktuelle Kenntnisstand bei der Diagnose und Therapie von Demenz im Mittelpunkt. Neben der Persönlichkeitsveränderung, die bei jedem Patienten gegeben ist, sind Depressionen, Halluzinationen, Inkontinenz und Aggressivität Hauptmerkmale der Erkrankung. Für die Angehörigen ist der Kranke „einfach nicht mehr der Mensch, den wir kennen.“ In seinem Vortrag widersprach Hajak zudem den Thesen Spitzers, da sie für ihn „eminenz- und nicht evidenzbasiert“, also nicht konkret nachweisbar und damit beweisbar sind. Anschließend stellte er 20 „hot theses“ vor, in denen zum Beispiel ein moderater Alkoholkonsum als vorbeugend gegen Demenz angesehen wurde.
Individuelle Behandlung zählt
Mit seinem SimA-Programm in Erlangen versucht dagegen Prof. Dr. Oswald, Patienten und Angehöriger vor allem zur „Hilfe zur Selbsthilfe“ zu erziehen. Dies gebieten in Zukunft allein schon der Mangel an Pflegekräften und die neueren Forschungsergebnisse, dass jeder an Alzheimer erkranken wird, wenn er nur alt genug wird. Oswalds spezielle Kombination aus geistiger und körperlicher Aktivierung ermöglicht es den Therapeuten, stufenlos vom fitten Senior bis zum dementen Pflegeheimbewohner auf die individuellen Fähigkeiten einzugehen und sogar innerhalb der gleichen Gruppe verschiedene Leistungsansprüche bedienen zu können.
Eine Antwort
hier gebe ich aus persönlicher erfahrung prof.oswald aus erlangen recht . nur leider wird durch bereitstellen von kostenlosen räumen für aktive und fitte senioren, z.b.für seniorentanz ,vom bvst, viel zu wenig getan. komisch, wenn man krank ist gibt es hilfe, aber wer alles tut, durch geistige und körperliche bewegung fit zu bleiben, für diese senioren gibt es wenig unterstützung, z.b. durch mehr kostenlose nutzbare räume, mehr begegnungszentren, wo auch der fitte 65-jährige senior etwas für sich findet.