Schöne Zähne auch im Alter: Implantate sehen aus wie natürliche Zähne, aber gerade bei Älteren Patienten sind umfangreiche Vorbereitungen des Kiefers nötig, damit der neue Zahn auch richtig gut sitzt. Foto: oh

Schöne Zähne auch im Alter: Implantate sehen aus wie natürliche Zähne, aber gerade bei Älteren Patienten sind umfangreiche Vorbereitungen des Kiefers nötig, damit der neue Zahn auch richtig gut sitzt. Foto: oh

Mit zunehmenden Lebensjahren treten im Körper vermehrt Verschleißerscheinungen auf. Auch der Zahnhalteapparat bleibt davon nicht verschont. Laut der aktuellen deutschen Mundgesundheitsstudie fehlen älteren Menschen im Schnitt 14,2 Zähne und circa 22 Prozent leiden unter völliger Zahnlosigkeit. Ursache: Aufgrund eines veränderten Stoffwechsels verursachen bereits geringe Verunreinigungen im Mund Entzündungen, die im schlimmsten Fall zu Zahnverlust führen. „Zusätzlich weist der Kieferknochen oftmals nicht mehr genügend Festigkeit auf, um gesunde, aber auch künstliche Zähne ausreichend zu verankern“, sagt Christoph Sliwowski, Leiter der Zahnimplantat-Klinik Düsseldorf am St. Vinzenz-Krankenhaus. „Um Lücken dennoch mithilfe von Implantaten zu schließen, bedürfen Betroffene daher einer speziellen Behandlung, die auf die veränderten Eigenschaften des Körpers eingeht.“
In hohem Alter verändert sich der gesamte Muskelapparat des Körpers, was sich auch auf den Zahnhalteapparat auswirkt. Durch allgemeines Abschlaffen der Muskulatur vermindert sich beispielsweise die Kraft des Kiefers beim Zubeißen. „Ältere Menschen greifen daher eher auf weiche Nahrungsmittel zurück, die wiederum den Speichelfluss weniger anregen als feste Produkte“, sagt Sliwowski. „Dadurch bleiben vor allem zuckerhaltige Lebensmittel förmlich an den Zähnen kleben und Bakterien bilden sich in den Zwischenräumen.“ Trotz guter Pflege kommt es dann häufig zu Entzündungen, welche aufgrund der natürlichen Veränderungen im Stoffwechsel von älteren Menschen nicht mehr so schnell wie bei Betroffenen jüngeren Alters heilen. Oftmals der Beginn eines Kreislaufs, der zu Zahnverlust führt.
Genau wie die Knochen des restlichen Skeletts bleibt auch der Kiefer von strukturellen Veränderungen nicht verschont. So vermindert sich aufgrund eines Rückgangs an Hormonen nach den Wechseljahren oder durch andere äußere Faktoren die natürliche Knochenmasse. Entstehen dadurch poröse Strukturen, liegen Zähne nicht mehr fest verankert im Mund und das Risiko für Zahnverlust steigt. „Entstehen dann Lücken, lässt sich ein Ersatz nicht mehr so einfach platzieren wie bei Menschen mit gesunder Knochenstruktur“, erklärt der Experte.
Bevor ein Implantat eingesetzt werden kann, ist deshalb häuft der Aufbau von Kieferknochen notwendig. Dazu wird in einigen Häusern körpereigenes Material aus der Mundhöhle verwendet, um das Risiko für Allergien und Abstoßreaktionen zu vermindern. Im Labor entsteht aus den entnommenen Zellen ein sogenannter Knochenchip, der als Grundlage für eine Züchtung direkt im Mund dient. Erst wenn genügend Knochen nachgewachsen ist, lässt sich der künstliche Zahnersatz integrieren. Für lang anhaltenden festen Biss wird ein Implantat im Kieferknochen platziert und daraufhin der sichtbaren Zahnersatz in Form von Brücken, Kronen oder speziellen Prothesen eingesetzt. In Form und Funktion stehen diese dem natürlichen Zahn in nichts nach.