Eine ordentliche Portion Sonnenlicht hilft Körper und Seele. Foto: epd

Viele Menschen tragen ein erhöhtes Risiko für Osteoporose in sich – allein zum weiblichen Geschlecht zu gehören, reicht dabei bereits aus. Denn Östrogenmangel, also eine verringerte Menge weiblicher Sexualhormone, stellt die häufigste Ursache für die durch Knochenschwund gekennzeichnete Erkrankung dar. Frühzeitig vorbeugen heißt die Devise – dafür eignen sich in erster Linie Ernährung, Sport und vor allen Dingen Sonnenlicht.
Sonnenstrahlen sorgen für gesunde Knochen. Doch woran liegt das? „Angeregt durch UVB-Strahlen, wird in der Haut Vitamin D gebildet. Dabei ist es eigentlich gar kein Vitamin, sondern ein Hormon“, erläutert Dr. Schneiderhan, Orthopäde in München und Präsident der Deutschen Wirbelsäulenliga, „es baut den Knochen auf und unterstützt den Körper bei der Aufnahme von Mineralien wie beispielsweise Kalzium.“ Das wiederum stellt gemeinsam mit Phosphat den Hauptbestandteil von Knochen dar. Um diese zu stärken, eignet sich daher auch eine Zufuhr über Nahrung oder Nahrungsergänzungsmittel.
Gesunde Ernährung und Sport wichtig
Deswegen sollte der Speiseplan von jedem Menschen – aber besonders von denen mit erhöhtem Osteoporoserisiko – Milchprodukte wie Joghurt und Käse oder aber pflanzliche Kalziumlieferanten wie Spinat, Mandeln oder Hülsenfrüchte enthalten. Darüber hinaus gehört fetter Seefisch auf den Tisch, denn er liefert das notwendige Vitamin D auch in der dunklen, sonnenarmen Jahreszeit. Dabei gilt jedoch: Viel hilft nicht immer viel. „Abhängig vom individuellen Risiko sollte eine zusätzliche Einnahme von knochenstärkenden Nahrungsergänzungsmitteln immer medizinisch beaufsichtigt werden“, weiß Dr. Schneiderhan, “ansonsten kehrt sich die positive Wirkung schnell um und der Knochen kann Schaden nehmen. Auch die Gefahr von Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt unter Umständen an.“
Doch nicht nur Ernährung wirkt sich positiv auf Knochen aus – auch Sport regt das Knochenwachstum an. Aber nicht jede Art der Bewegung eignet sich gleichermaßen. Jegliches Training stärkt Muskulatur und Gelenke und bildet somit eine gute Sturzprophylaxe, jedoch dienen zur Stärkung und Anregung des Wachstums der Knochen besonders Aktivitäten, bei denen Muskelkraft auf die Knochen wirkt. Hierzu zählt neben Krafttraining auch Jogging oder Aerobic. Dabei gilt es jedoch zu beachten, dass sich derartige Angaben nur auf die Prophylaxe beziehen. Bei fortgeschrittener Osteoporose besteht hier eine akute Gefahr von Knochenbrüchen infolge von Stürzen und starken Kräften, welche auf die Wirbelsäule einwirken. Um eine geeignete Bewegungsform zu finden, sollten Betroffene unbedingt Rücksprache mit dem behandelnden Arzt halten.