Wer auf dem Dach werkelt, ist nicht immer ein Dachdecker. Foto: epd

Die meisten Hausbesitzer steigen vermutlich nicht allzu oft auf ihr Dach, vor allem dann nicht, wenn sie selbst schon älter sind. Dies machen sich jetzt findige Betrüger im gesamten Bundesgebiet zunutze: Sie klingeln offenbar gezielt bei Senioren und geben sich als Dachdecker aus. Anschließend inspizieren sie deren Dach und entdecken – was Wunder – Dramatisches. Nur eine sofortige Reparatur könnte das Schlimmste abwenden.
Davon lassen sich Eigentümer manchmal überrumpeln. So bezahlte etwa ein älterer Hausbesitzer aus Bielefeld einen fünfstelligen Betrag. Als danach seiner Tochter erhebliche Zweifel an der Seriösität der Dienstleister kamen und ein hinzugezogener Fachmann die Arbeiten als überteuert und unzureichend bewertet hatte, verständigte sie die Polizei. In Lübeck gab eine ältere Dame Betrügern 4.500 Euro, die wegen angeblicher Schäden auf dem Dach geklingelt hatten und von ihr dann aber den Auftrag bekamen, den feuchten Keller zu sanieren. Nach zweifelhaften Anfangsarbeiten sah sie die “Handwerker” nie wieder.
Gar keine Leistungen wurden in der Vergangenheit bereits mehrfach in Bayern in ähnlichen Fällen ausgeführt. Dabei brachten die vermeintlichen Handwerker laut Polizei die defekten Teile, die angeblich ausgetauscht wurden, bereits in einer Kiste mit. Die Polizeidienststellen warnen generell dringend davor, Haus- oder Gartenarbeiten per sogenanntem Türgeschäft in Auftrag zu geben. Wenn sich die vermeintlichen Handwerker nicht abwimmeln lassen, sollten Betroffene am besten direkt die Polizei rufen.
Tipps der Polizei zum Thema Haustürgeschäft finden sich hier.