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Handy im Ausland nutzen – Vier Möglichkeiten

SIM-karten im Ausland

Wer ins Ausland reist, möchte meist auch dort mit dem Handy erreichbar bleiben, vielleicht sogar Nachrichten verschicken, Fotos teilen, Kartendienste nutzen oder unterwegs nach Informationen suchen. Doch welche Möglichkeiten gibt es eigentlich, das Smartphone im Ausland zu nutzen? Soll man beim eigenen Mobilfunkanbieter eine Auslandsoption buchen? Oder eine SIM-Karte im Urlaubsland kaufen? Oder sich schon vorher darum kümmern, vor dem Abflug? Wir stellen die vier wichtigsten Varianten vor.

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1. EU-Roaming: Handy wie zu Hause nutzen

Verreisen Sie in Europa, so ist es am einfachsten. Innerhalb der Europäischen Union sowie einiger weiterer Länder können Sie Ihr Smartphone in der Regel genauso nutzen wie zu Hause. Telefonate, SMS und mobile Daten werden dabei von Ihrem normalen Tarif abgedeckt. Dieses Verfahren nennt sich EU-Roaming. Es gilt beispielsweise in Frankreich, Spanien, Italien, Österreich, den Niederlanden und vielen weiteren europäischen Ländern. Der große Vorteil: Sie müssen vor der Reise überhaupt nichts einstellen oder buchen. Sobald Sie im europäischen Ausland ankommen, verbindet sich Ihr Smartphone automatisch mit einem örtlichen Mobilfunknetz.

Trotzdem lohnt sich ein kurzer Blick in die Tarifunterlagen. Einige Anbieter haben bei sehr günstigen Tarifen teilweise Einschränkungen bei der Datennutzung im Ausland.

Wichtig: Nicht jedes europäische Land gehört automatisch zum EU-Roaming. Während die Regelung beispielsweise auch in Norwegen, Island und Liechtenstein gilt, können in Ländern wie der Schweiz, Großbritannien, der Türkei oder in den Staaten des westlichen Balkans zusätzliche Kosten entstehen. Prüfen Sie daher vor jeder Reise die Bedingungen Ihres Mobilfunkanbieters.

2. SIM-Karte im Reiseland kaufen

Wer außerhalb Europas unterwegs ist oder längere Zeit in einem Land verbringt, kann auch vor Ort eine lokale SIM-Karte erwerben. Diese Karten gibt es häufig direkt am Flughafen, in Mobilfunkgeschäften, Supermärkten oder Kiosken. Nach dem Einlegen der Karte erhält man eine lokale Telefonnummer und kann zudem ein bestimmtes Datenvolumen für das mobile Internet nutzen. Der Vorteil dabei: Die Kosten sind oft deutlich geringer als die Nutzung des deutschen Mobilfunktarifs, oft sogar günstiger als in Deutschland selbst.

Allerdings gibt es auch Nachteile: Die vorhandene SIM-Karte muss dafür in der Regel entfernt werden und die deutsche Telefonnummer ist währenddessen dann nicht erreichbar. Die Einrichtung kann etwas Aufwand verursachen und teilweise ist eine Registrierung für die neue ausländische SIM-Karte erforderlich. Für Urlauber lohnt sich diese Lösung daher meist nur bei längeren Reisen oder wenn besonders viel mobiles Datenvolumen benötigt wird.

3. eSIM für das Ausland per App buchen

Diese Option ist unser Geheimtipp: Immer beliebter werden sogenannte eSIMs. Dabei handelt es sich um eine digitale SIM-Karte, die direkt auf dem Smartphone eingerichtet wird. Die eSim ist Bauteil im Smartphone, das Informationen eines Mobilfunkanbieters abspeichern kann. Sie erfüllt genau die gleiche Aufgabe wie eine normale SIM-Karte aus Kunststoff, muss aber nicht mehr in das Handy eingelegt werden, weil Sie als Bauteil ja schon im Smartphone vorliegt. Somit können Mobilfunkinformationen ganz einfach aktiviert oder gewechselt, ohne eine neue SIM-Karte einlegen zu müssen.

Der große Vorteil: Sie müssen keine Karte kaufen und nichts wechseln. Stattdessen buchen Sie vor der Reise oder direkt vor Ort ein Datenpaket über eine App. Dafür gibt es verschiedene Anbieter, die drei größten und bekanntesten sind: Airalo, Saily, Holafly. Nach dem Kauf erhalten Sie die eSIM direkt auf Ihr Smartphone. Anschließend können Sie das mobile Internet im Reiseland nutzen.

Besonders praktisch: Die deutsche SIM-Karte bleibt meist parallel aktiv. Dadurch bleiben Sie unter Ihrer gewohnten Telefonnummer erreichbar, während die Internetverbindung über die eSIM läuft. Die meisten Reise-eSIMs sind nämlich reine Datentarife. Sie liefern also mobiles Internet, aber keine eigene Telefonnummer. Voraussetzung ist allerdings, dass Ihr Smartphone eSIM unterstützt. Dies ist bei vielen neueren iPhones, Samsung-Geräten und anderen aktuellen Smartphones aber der Fall.

4. Datenpaket beim Mobilfunkanbieter buchen

Viele Mobilfunkanbieter bieten zudem spezielle Auslandsoptionen an. Vor einer Reise können Sie beispielsweise ein Datenpaket für ein bestimmtes Land oder eine ganze Region buchen. Dadurch erhalten Sie ein festgelegtes Datenvolumen, das Sie während Ihres Aufenthalts nutzen können.

Der Vorteil: Es ist keine neue SIM-Karte nötig, die gewohnte Rufnummer bleibt erhalten und die Einrichtung ist meist sehr einfach. Nachteile gibt es aber auch: Diese Angebote des Mobilfunkanbieters sind oft teurer als lokale SIM-Karten oder die zuvor beschriebenen eSIM-Angebote und das Datenvolumen ist häufig recht stark begrenzt. Besonders bei Reisen in die USA, nach Kanada, Australien oder Asien lohnt sich daher ein Preisvergleich mit den eSIM-Anbietern.

Persönlicher Bericht von Andreas Dautermann

Die eSIM, die man per App für einen Auslandsaufenthalt während einer Reise buchen kann, ist nicht nur unser Geheimtipp, sondern auch die Variante, die ich (Andreas Dautermann) privat schon sehr häufig getestet habe. Auf Reisen außerhalb der EU nutze ich selbst Saily; die anderen genannten Anbieter sind aber ebenfalls sehr empfehlenswert, ich will keine Werbung machen.

Das Schöne an einer eSim per App ist, dass man die passende App herunterlädt, installiert und sich registriert. Das geht schnell und unkompliziert. Anschließend wählt man das Land aus, in das man reist, und kann aus verschiedenen Paketen auswählen. Meist gibt es nur zwei oder drei Optionen, sodass die Auswahl übersichtlich bleibt. Die Pakete unterscheiden sich vor allem beim mobilen Datenvolumen und bei der Laufzeit. Oft kann man beispielsweise 2 GB für sieben Tage buchen, was für viele Reisen bereits ausreicht. Wer länger unterwegs ist, kann beispielsweise ein Paket mit 5 GB für 14 Tage wählen. Außerdem hat sich in der Praxis gezeigt, dass ein Neustart des Smartphones nach dem Aktivieren oder Deaktivieren einer eSIM häufig sinnvoll ist und möglichen Verbindungsproblemen vorbeugen kann. Diese Vorgehen ist bei jedem eSim-Anbieter fast gleich, da gibt es keine großen Unterschiede.

Natürlich ist das Datenvolumen meist geringer als in Deutschland und auch etwas teurer. Der große Vorteil liegt jedoch darin, dass alles schnell, einfach und bequem funktioniert. Im Vergleich zum Kauf einer SIM-Karte im Urlaub vor Ort (das ist die klassische Alternative) ist das ein erheblicher Vorteil. Beim Kauf einer lokalen SIM-Karte kommt es immer wieder zu Problemen. Teilweise muss man sein Smartphone einem Mitarbeiter am Flughafen übergeben, der die Einrichtung übernimmt. Das ist letztlich auch eine Vertrauenssache. Oder man versucht die Einrichtung selbst, was in anderen Sprachen nicht ganz so leicht ist. Mit einer eSIM-App hat man dagegen alles selbst in der Hand und kann die Einrichtung bereits Wochen vor der Reise ganz entspannt von Deutschland aus erledigen. Die verschiedenen Anbieter funktionieren in nahezu allen Ländern der Welt und bieten eine vergleichsweise kostengünstige Lösung. Sollte dennoch einmal etwas nicht funktionieren, kann man direkt über die App Kontakt zum Kundenservice aufnehmen. Die meisten Anbieter bieten einen Chat mit Mitarbeitern an, über den man schnell Hilfe erhält. Teilweise steht sogar ein telefonischer Kundendienst rund um die Uhr zur Verfügung, sodass man auch im Ausland jederzeit Unterstützung bekommen kann.

Der größte Vorteil besteht für mich darin, dass ich alles bereits in Deutschland vorbereiten und einrichten kann. Während des Auslandsaufenthalts wird die eSIM einfach aktiviert. Die eingelegte deutsche SIM-Karte bleibt dabei vollständig erhalten und wird nicht verändert. Wenn man wieder nach Hause kommt, deaktiviert man die eSIM einfach wieder und alles funktioniert wie zuvor.

Für viele Anbieter kann man sogar Gutscheine erwerben, sodass nicht einmal die Angabe einer Kreditkarte erforderlich ist. Ich persönlich habe dieses Verfahren bereits in verschiedenen Ländern außerhalb der EU genutzt und kann es wirklich empfehlen. Nicht unbedingt, weil man damit Geld spart oder mehr Gigabyte erhält, sondern weil man alles in Ruhe vorbereiten kann, die eigene SIM-Karte nicht entnommen werden muss und man sich am Flughafen nicht mit teilweise unseriösen Anbietern oder komplizierten Einrichtungsprozessen beschäftigen muss. Dann startet man auch viel gelassener in den Urlaub, wenn man aus dem Flieger steigt und direkt das Smartphone nutzen kann, bspw. um ein Taxi zu organisieren, Google Maps zu nutzen oder mit der Unterkunft/dem Hotel in Kontakt zu treten 🙂

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