Viele Menschen haben noch immer einen Handyvertrag mit einer Laufzeit von 12 oder sogar 24 Monaten. Oft zahlen sie dafür jeden Monat 20 Euro oder mehr, obwohl sie das eigentlich gar nicht müssten. Denn in den letzten Jahren hat sich bei Handytarifen sehr viel verändert. Anbieter wie ALDI Talk, LIDL Connect, Tchibo mobil oder fraenk (von der Telekom) bieten heute Tarife an, die deutlich günstiger sind und zudem monatlich gekündigt oder verändert werden können.
So brauchen Sie keine lange Vertragsbindung mehr und behalten trotzdem die volle Kostenkontrolle. Besonders interessant ist dabei ein neues Modell: Bei den neuen Tarifen von ALDI und LIDL kann man Datenvolumen einfach kostenlos nachbuchen, so oft man möchte. Dadurch ist der Tarif unbegrenzt, ohne dass man dafür hohe monatliche Kosten in Kauf nehmen muss. In diesem Beitrag zeigen wir, welche Möglichkeiten es heute gibt und worauf Sie achten sollten.
Hinweis: selbstverständlich werden wir von keinem der Anbieter finanziert. Wir stellen Ihnen lediglich interessante Angebote vor, die wir selbst nutzen.
Die Tarife von ALDI und LIDL
ALDI und LIDL haben ein neues Modell mit sogenannten „Unlimited-Tarifen“. Das bedeutet, dass man unbegrenzt viel Datenvolumen für das mobile Internet benutzen darf, allerdings mit einem Trick. Es gibt nämlich zunächst ein Startvolumen und sobald dieses aufgebraucht ist, kann man immer wieder kostenfrei ein weiteres GB Datenvolumen hinzubuchen. Daher werden die Tarife auch „Unlimited on Demand“ genannt, was soviel bedeutet wie: „Unbegrenzt auf Abruf“. ALDI und LIDL bieten dabei drei identische Optionen an:
1) Zuerst 25 GB mit bis zu 50 Mbit/s
und bei Bedarf unbegrenzt oft 1 GB kostenlos nachbuchen (für 9,99)
2) Zuerst 50 GB mit bis zu 100 Mbit/s
und bei Bedarf unbegrenzt oft 1 GB kostenlos nachbuchen (für 14,99)
3) Zuerst 100 GB mit bis zu 150 Mbit/s
und bei Bedarf unbegrenzt oft 1 GB kostenlos nachbuchen (für 19,99)
Die Tarife unterscheiden sich also in der Übertragungsgeschwindigkeit und dem Anfangsvolumen. Eine Flatrate zum Telefonieren und zum Verschicken von SMS ist zudem inklusive, sowie Roaming im EU-Ausland. Die Tarife gelten immer für 4 Wochen und können somit monatlich gekündigt oder gewechselt werden.
Unabhängig von dieses unlimitierten Tarifen gibt es aber auch noch „normale“ Tarife, zum Beispiel 25 GB pro Monat für 8,99 oder 50 GB für 13,99. Diese Tarife sind also etwas günstiger, dafür gibt es keine kostenlose Möglichkeit zum Nachbuchen.
Hier geht es zu den Tarifen von ALDI
Hier geht es zu den Tarifen von LIDL
Die Tarife von Tchibo und fraenk
Andere, ebenfalls empfehlenswerte Tarife gibt es bei Tchibo und fraenk, einem Angebot der Telekom, bei dem Sie das D1-Netz nutzen. Bei Tchibo gibt es 20GB für 9,99 Euro, 40GB für 14,99 Euro oder 80GB für 19,99 Euro, alle Tarife inklusive Faltrate fürs Telefonieren und für SMS, mit EU-Roaming. Bei fraenk gibt es nur zwei Tarife, nämlich 20GB für 10 Euro und 45 GB für 15 Euro. Die Tarife von fraenk sind dabei bewusst sehr einfach gehalten: nur zwei Tarife zur Auswahl, keine komplizierten Optionen, keine versteckten Kosten, sehr geringe monatliche Gebühr. Zudem nutzt man hier das Telekom-Netz mit sehr guter Qualität, das oft eine bessere Abdeckung und damit stabile Verbindung hat, besonders auf dem Land.
Hier geht es zu den Tarifen von Tchibo
Hier geht es zu den Tarifen von fraenk
Wie rentiert sich das für die Anbieter?
Dass Mobilfunkanbieter Tarife für 10 – 20 Euro als „Unlimited“ (also unlimitiert, ohne Grenze) vermarkten, klingt erst einmal unlogisch. Doch hinter dem „Unlimited on Demand“-Modell steckt eine kalkulierte Strategie. Hier sind die Hauptgründe, warum sich das für ALDI und Lidl (bzw. deren Netzpartner Telefónica und Vodafone) trotzdem rechnet:
Die „Klick-Hürde“ (Nutzungsbarriere) ist wahrscheinlich der wichtigste Faktor. Bei einer echten Flatrate lässt man das Handy einfach laufen und muss sich um nichts kümmern. Wer aber für jedes weitere 1 GB manuell in einer App einen Knopf drücken muss, nutzt das Internet bewusster. Für Geräte wie Smart-TVs oder LTE-Router, die im Hintergrund sehr viel Daten verbrauchen, ist so ein Tarif unbrauchbar, da sie nicht „klicken“ können. Außerdem spielt die Psychologie mit rein: Die meisten Nutzerinnen und Nutzer hören nach dem zweiten oder dritten Mal Nachbuchen auf, weil es nervt. Der Durchschnittsverbrauch bleibt so viel niedriger als bei „echten“ Flatrates. Die Anbieter wetten also darauf, dass die Bequemlichkeit der Menschen sie davon abhält, das „Unlimited“ wirklich bis zum Äußersten auszureizen.
Die Wenig-Nutzer subventionieren hierbei die Viel-Nutzer: Viele Menschen buchen beispielsweise den Tarif für 9,99 €, verbrauchen aber im Monat nur 5 oder 10 GB ihrer 25 GB Startvolumen. Und für die Vielnutzer gilt: Ein zusätzliches Gigabyte Daten kostet den Netzbetreiber in der Produktion fast nichts, solange das Netz nicht überlastet ist.
Dass man zum Verlängern immer wieder in die App gehen muss, hat für die Anbieter einen weiteren Vorteil: Dort sieht man Angebote, andere Tarife oder im Fall von Lidl/ALDI vielleicht sogar Werbung für den Supermarkt.
Und dann gibt es die Roaming-Begrenzung. Nach EU-Recht müssen Anbieter bei echten Flatrates ihren Nutzern nämlich auch ein sehr hohes Datenvolumen im EU-Ausland erlauben. Durch den Trick mit dem „Basisvolumen + Nachbuchen“ können die Anbieter das Roaming-Volumen oft auf das Basis-Paket (z.B. 25 GB) begrenzen. Das spart den Anbietern hohe Gebühren, die sie an ausländische Netzbetreiber zahlen müssten.
Zusammenfassung
Die Zeiten teurer Handyverträge mit langer Laufzeit sind heute eigentlich vorbei. Für die meisten Menschen reichen günstige und flexible Tarife völlig aus, oft schon für deutlich unter 20 Euro im Monat.
Anbieter wie ALDI Talk und LIDL Connect bieten dabei besonders viel Flexibilität. Durch das kostenlose Nachbuchen von Datenvolumen kann man das Internet praktisch unbegrenzt nutzen, muss sich aber selbst darum kümmern, wenn das Datenvolumen aufgebraucht ist. Tchibo mobil und fraenk setzen dagegen auf ein klassisches Modell mit festem Datenvolumen. Das ist einfach zu verstehen, bietet aber weniger Spielraum, wenn das Datenvolumen einmal verbraucht ist.
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