Immer wieder erreicht uns die Frage, welchen Virenscanner man am Computer installieren soll. Dutzende Anbieter umwerben die Nutzer/innen mit großen Sicherheitsversprechen. Viele der Herstellernamen sind Ihnen wahrscheinlich bekannt, sie heißen zum Beispiel Avira, Norton, Gdata, Kaspersky, McAfee, Bitdefender, Avast oder AVG. Es gibt aber auch einen Virenscanner, der schon in Windows 10 integriert ist, nämlich den Windows Defender.

Dieser Windows-eigene Virenscanner muss also nicht installiert werden und er ist auch automatisch aktiv, wenn kein anderer Virenscanner installiert ist. Windows 10 ist also standardmäßig immer geschützt. Früher war dieser Windows Defender, als er noch in den Kinderschuhen steckte, oft als “unbrauchbar” verschrien; er schnitt in Tests nicht gut ab. Das hat sich seit 2017 grundlegend geändert, er ist mit den “traditionellen” Virenscannern auf Augenhöhe und reicht für den Schutz im normalen Alltag des Ottonormalverbrauchers aus. Fremde Virenscanner werden daher eigentlich nicht mehr benötigt.

Apple-Nutzer*innen können übrigens generell aufatmen:
Auf einem sogenannten “Mac”, dem Computer der Firma Apple, ist die Bedrohungslage zu Viren, Trojanern und Schadprogrammen so extrem gering, dass gar kein Virenscanner benötigt wird. Auch die wenigen Linux-Computer, deren Nutzung eher für Fortgeschrittene gedacht ist, dürfen sich frei von Gefahren wissen.

Wie gut ist der Windows Defender?

Einen Windows-eigenen Virenscanner gibt es schon seit einigen Jahren. Früher war dieser Virenscanner leider nicht sonderlich gut und daher auch nicht empfehlenswert. Er war früher aber auch noch nicht automatisch bei Windows dabei. Das hat sich zum Glück nun beides geändert. Der Windows Defender gehört mittlerweile zu Windows fest dazu und ist auch ein richtig guter Virenscanner. Er wird zudem über die Windows Updates automatisch aktualisiert. Wir sind der Meinung: der Windows Defender reicht als Virenscanner für den Alltag völlig aus und ist eine klare Empfehlung! Das bestätigen übrigens auch verschiedene Testberichte, beim Erkennen von Bedrohungen schneidet der Windows Defender sehr gut ab. (Hier Testbericht lesen.)

Vorteile des Windows-Virenscanners

Vorab: Wenn Sie mit Ihrem Virenscanner zufrieden sind und keine Probleme haben, dann belassen Sie alles so, wie es derzeit ist. Es gibt aber einige Gründe, die für den Windows Defender als Virenscanner auf Ihrem Computer sprechen. Zunächst einmal muss der Defender nicht installiert werden, er ist unter Windows 10 schon vorhanden und sofort einsatzbereit. Zudem haben die meisten kostenfreien Virenscanner von anderen Herstellern einen entscheidenden Nachteil: die Firmen, die dahinter stecken, müssen mit dem Virenscanner-Programm Geld verdienen.

Zwar sind viele Virenscanner von anderen Herstellern in einer Basis-Version kostenfrei, aber man will mit aller Macht versuchen, Sie zur Nutzung einer kostenpflichtigen Variante desselben Virenscanners zu bewegen. Bei fast allen kostenfreien Virenscannern erhält man daher ständig Nachrichten mit Angeboten für die Kauf-Version. Diese Werbung geht oft soweit, dass mit beängstigenden Argumenten behauptet wird, der Computer sei ohne die kostenpflichtigen Funktionen nicht ausreichend geschützt. Das kann auf die Dauer ganz schön nervig und verwirrend sein. Und bei vielen Nutzern führt es tatsächlich dazu, dass die kostenpflichtigen Zusatzfunktionen gekauft werden. Beim Windows Defender gibt es diese Meldungen nicht, denn hier gibt es keine kostenpflichtige Version. Der Windows Defender ist immer gratis.

Und es gibt noch einen weiteren Punkt: schon häufiger haben wir mitbekommen, dass fremde Virenscanner versehentlich wichtige Windows Updates blockiert haben. Ein klassischer Fehlalarm, in diesem Fall aber besonders ärgerlich. Wird der Virenscanner in einem solchen Problemszenario deinstalliert, gelingen die Windows Updates wieder. Diese Probleme gibt es mit dem Windows Defender natürlich nicht. Da er ebenfalls von Microsoft stammt, können die Windows Updates ungehindert installiert werden.

Wo versteckt sich der Windows Defender?

In den Einstellungen von Windows 10 wählen Sie den Punkt “Update und Sicherheit” aus. Hier klicken Sie in der Menüleiste auf “Windows-Sicherheit” und anschließend auf “Viren- & Bedrohungsschutz”. Hinweis: Bei älteren Windows 10-Versionen heißt dieser Menüpunkt “Windows Defender Security Center“. Hier ist der eingebaute Virenscanner zu finden und Sie können kontrollieren, ob er aktiv ist. Wir haben dazu extra einen neuen Film für Sie erstellt, in dem wir den Windows Defender vorstellen. Sobald Sie einen anderen, externen Virenscanner installieren, wird der Windows Defender automatisch deaktiviert. Denn zwei Virenscanner dürfen auf einem Computer nicht aktiv sein. Löschen Sie andererseits einen externen Virenscanner einer anderen Firma, den Sie bisher genutzt haben, so übernimmt der Defender sofort automatisch den Dienst.

Neuer Film zum Windows Defender

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