Sicher kennen Sie den Begriff “Senioren-Handy” oder “Senioren-Smartphone”, möglicherweise haben auch einige von Ihnen ein solches Gerät. Vielleicht stehen Sie auch vor der Entscheidung, ob Sie demnächst ein Senioren-Smartphone kaufen sollen? Wir sprechen heute über die Vor- und Nachteile solcher Handys.

Was ist ein Senioren-Smartphone?

Sogenannte Senioren-Smartphones gibt es von verschiedenen Herstellern, sie heißen zum Beispiel Doro, Emporia oder Olympia. Letztendlich handelt es sich dabei in der Regel um Android-Smartphones mit stark veränderten Funktionen und Darstellungsoberfläche mit nur wenigen, besonders großen Symbole, die die Bedienung vereinfachen sollen. Meistens haben die Geräte auch noch eine spezielle Notfall-Taste, die man zum Beispiel nach einem Sturz drücken kann. Vorausgesetzt, das Handy ist gerade in Reichweite. Es werden dann automatisch Anrufe an vorher festgelegte Notfall-Kontakte ausgelöst. Man kann mit den meisten Senioren-Smartphones auch Fotos machen und einige bekannte Apps nutzen, wie zum Beispiel verschiedene Google-Dienste oder die beliebte Nachrichten-App WhatsApp. Für manche Menschen ist ein solches, “abgespecktes” Smartphone mit einer eingebauten Notruf-Funktion sicherlich sehr hilfreich, das wollen wir nicht bestreiten. In der Regel empfehlen wir aber keine speziellen Senioren-Smartphones. Denn für die meisten Menschen ist dies überhaupt nicht nötig, Vereinfachungen wie große Symbole und spezielle Funktionen wie die Notruftaste gibt es nämlich bei jedem “normalen” Smartphone auch. Außerdem: Es gibt auch keinen speziellen Senioren-Fernseher und kein spezielles Senioren-Auto. Es gibt unserer Meinung nach sogar mehrere Nachteile, die gegen ein solches Senioren-Smartphone sprechen.

Nachteile

Die Idee eines vereinfachten Smartphones klingt im ersten Moment gut. Doch auch der Umgang mit diesem Gerät muss erst einmal erlernt werden und ist nicht selbstverständlich. Oft sind es Kinder, Enkel oder Bekannte, (oder Levato!) die beim Umgang mit dem Smartphone helfen. Doch wer soll helfen, wenn man ein Smartphone hat, das sonst fast niemand verwendet? Denn die Verbreitung dieser speziellen Geräte ist außerordentlich gering, weitaus geringer als 1%. Sehr wahrscheinlich wird niemand in Ihrem Bekanntenkreis ebenfalls ein solches Senioren-Smartphone besitzen, Kinder und Enkel erst recht nicht. Es wird also kaum jemand gute Ratschläge haben, wenn es Fragen zur Bedienung gibt. Und diese Fragen werden auch bei einem speziellen Senioren-Smartphone ganz sicher auftauchen. Auch die meisten Bücher oder Handy-Kurse werden Ihnen nicht helfen, denn diese sind meistens nur auf “normale” Smartphones ausgerichtet.

Die vereinfachte Darstellung mit abgespeckten Funktionen kann sogar nach einiger Zeit zum Hindernis werden! Nämlich dann, wenn man gut mit dem Handy umgehen kann und nun mehr machen möchte. Auf vielen Senioren-Smartphones lassen sich aber nicht alle Apps installieren und nicht alle Funktionen eines normalen Smartphones nutzen. So ist man gefangen in der eingeschränkten kleinen Welt seines Senioren-Smartphones.

Alternative Empfehlung

Wir empfehlen stattdessen eher, ein normales Smartphone zu verwenden und auf die persönlichen Bedürfnisse anzupassen, es zu vereinfachen. Die erste Empfehlung ist, die Schriftgröße und die Symbolgröße zu verbessern. Das ist in den Einstellungen jedes Handys möglich, egal ob Android-Gerät oder iPhone von Apple. Als nächstes können Sie nicht benötigte Apps ausblenden oder ganz löschen. Behalten Sie einfach nur die Apps, die Sie wirklich brauchen und regelmäßig benutzen. Alles andere kann ausgeblendet werden und stört dann nicht mehr, nach dem Motto: “Aus den Augen, aus dem Sinn”. Trauen Sie sich, die Apps zu löschen! Es kann nichts “kaputt” gehen.

Zuletzt sind manche Menschen eingeschüchtert von den vielen, vielen Funktionen und Einstellungen, die das Smartphone bietet. Tippt man auf das Zahnrad-Symbol für die Einstellungen, so findet man ellenlange Listen mit Einstellungsmöglichkeiten. Das Gute daran: Sie können alle diese Optionen ignorieren! Nur weil es hunderte Einstellungen gibt, bedeutet dies nicht, dass man sie auch alle kennen und nutzen muss. Verwenden Sie einfach nur die Dinge, die Sie im Alltag brauchen und beachten Sie den Rest einfach gar nicht. Wir haben dazu zwei Filme für Sie im Angebot (siehe unten), die zeigen, wie man sein normales Handy vereinfachen kann und dadurch ebenfalls gewissermaßen zu einem Senioren-Smartphone umwandeln kann.

Wenn Sie etwas tiefer in die Welt eines Android-Smartphone oder eines iPhone von Apple eintauchen wollen, so empfehlen wir unsere passenden Kurse in der Rubrik “Handy”. Hier geht es zu den weiteren Handy-Filmen.

Android-Handy vereinfachen

iPhone vereinfachen

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